Brasilianischer Öl-Tycoon Batista-Konzern stellt Insolvenzantrag

Es ist die bislang größte Unternehmenspleite Lateinamerikas: Der brasilianische Ölkonzern OGX hat Gläubigerschutz beantragt. Die Firma des Star-Unternehmers Eike Batista drücken mehr als fünf Milliarden Dollar Schulden. Der ehemals reichste Mann des Landes hat fast sein gesamtes Vermögen verloren.
Öl-Tycoon Batista (2012): Von 30 Milliarden Dollar Vermögen auf fast null

Öl-Tycoon Batista (2012): Von 30 Milliarden Dollar Vermögen auf fast null

Foto: Santi Carneri/ picture alliance / dpa

Rio de Janeiro - Der brasilianische Ölkonzern OGX zieht die Notbremse: Nach wochenlangen, zähen Verhandlungen mit seinen Gläubigern hat das Unternehmen im Rahmen des brasilianischen Insolvenzrechtes Gläubigerschutz beantragt. Die Firma des einstigen Multimilliardärs Eike Batista hatte zuletzt bereits Zinsen in Millionenhöhe für seine Milliardenschulden nicht mehr bezahlen können.

Das Insolvenzverfahren bedeutet jedoch noch nicht das Aus für OGX: Mit dem Antrag will sich der Konzern nun eine Schonfrist vor Vollstreckungsmaßnahmen verschaffen. Bereits am Dienstag hatte die zur EBX-Gruppe gehörende Firma die Gespräche mit den Gläubigern als erfolglos beendet erklärt. Der Insolvenzantrag wurde der amtlichen Nachrichtenagentur Agência Brasil zufolge am Mittwoch bei einem Gericht in Rio de Janeiro eingereicht.

Mit dem nun erfolgten Schritt will OGX die im brasilianischen Insolvenzrecht vorgesehene Möglichkeit einer gerichtlichen Sanierung ("Recuperação judicial") nutzen. Das würde dem Konzern des deutschstämmigen Batista maximal 180 Tage Schutz vor Vollstreckungsmaßnahmen der Gläubiger gewähren. Binnen 60 Tagen muss die Firma ein Rettungskonzept vorlegen, das von den Gläubigern gebilligt werden muss. Andernfalls wird der Konkurs erklärt.

Binnen Monaten fast 30 Milliarden Dollar verloren

Die 2007 gegründete OGX ist laut Agência Brasil mit 5,1 Milliarden Dollar verschuldet. Allein 3,6 Milliarden Dollar entfallen auf Anleihen. Anfang Oktober hatte die Firma fällige Zinszahlungen von 45 Millionen Dollar ausgesetzt und seitdem versucht, mit den Gläubigern eine außergerichtliche Einigung zu erzielen.

OGX erwarb in der Vergangenheit Förderrechte für mehrere Ölfelder vor der Küste Brasiliens und führte zahlreiche Probebohrungen durch. Die Ölförderung blieb aber weit hinter den Erwartungen zurück, wodurch der Konzern zunehmend unter Druck geriet. OGX war das Herzstück der EBX-Gruppe von Eike Batista, der seit Anfang 2012 fast sein gesamtes Vermögen von damals über 30 Milliarden US-Dollar verlor.

Auch der deutsche Energiekonzern E.on zählte zu den Geschäftspartner Batistas. Gemeinsam betrieben sie den brasilianischen Stromversorger MPX. Anfang Juli legte Batista den Aufsichtsratsvorsitz bei MPX nieder .

fdi/dpa