Klagen gegen Monsanto Bayer-Aktie auf Fünfjahrestief

Die Übernahme des US-Konkurrenten Monsanto macht Bayer weiter zu schaffen: Nach einer dreistelligen Millionenstrafe muss der Chemiekonzern nun mit neuen Klagen rechnen. Die Aktie fiel um gut sechs Prozent.
Werner Baumann, Vorstandsvorsitzender von Bayer

Werner Baumann, Vorstandsvorsitzender von Bayer

Foto: PATRIK STOLLARZ/ AFP

Die Bayer-Aktie ist nach einem Bericht über drohende neue Klagen in den USA auf ein Fünfjahrestief gefallen. Der Kurs fiel zwischenzeitlich um rund sechs Prozent auf 75,58 Euro. Seit dem Schadensersatzurteil in den USA gegen das von Bayer   übernommene Monsanto haben die Papiere des Agrarchemie- und Pharmakonzerns nun schon rund 18 Prozent eingebüßt. 15,7 Milliarden Euro Börsenwert hat Bayer damit verloren.

Der "Wirtschaftswoche" zufolge drohen Monsanto weitere Millionenstrafen in den USA. Mehrere Sammelklagen sind dort demnach wegen angeblicher Schäden durch den Unkrautvernichter Dicamba eingegangen. Das Mittel beschäftigt US-Behörden bereits seit Längerem. In den Bundesstaaten Arkansas und Missouri wurde es im vergangenen Jahr nach Beschwerden und Auseinandersetzungen zwischen Farmern vorübergehend verboten.

Bayer rechnet trotz Klagen mit Gewinnen durch Monsanto-Kauf

Erst am Freitag war dem Konzern von einem US-Gericht wegen angeblich verschleierter Gefahren von Glyphosat eine dreistellige Millionenzahlung an einen Krebspatienten verordnet worden.

Die frisch übernommene Tochter Monsanto geht zwar gegen das Urteil vor, Investoren fürchten aber weitere Entscheidungen gegen den Konzern angesichts Tausender weiterer Klagen.

Derweil hat Bayer nach dem Verkauf von Geschäftsteilen an den Konkurrenten BASF mit der Integration von Monsanto begonnen. Nun kann der Konzern auch aktiv in die Rechtsstreitigkeiten seiner Tochter eingreifen. Bis 2021 erhofft sich der Chemiekonzern einen positiven Beitrag von Monsanto zum bereinigten Ergebnis der Aktie im zweistelligen Prozentbereich.

ans/dpa/Reuters
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