Angeschlagener Chemiekonzern Bill Anderson wird neuer Bayer-Chef

Die Führungsfrage beim Chemie- und Pharmakonzern Bayer ist entschieden: Der bisherige Roche-Manager Bill Anderson folgt auf Werner Baumann, der Ende Mai in den Ruhestand geht.
Bill Anderson

Bill Anderson

Foto: Georgios Kefalas / KEYSTONE / picture alliance

Bill Anderson wird neuer Vorstandschef von Bayer. Das teilte der Leverkusener Konzern am Mittwoch mit. Anderson folgt auf Werner Baumann. Dieser werde »Ende Mai 2023 nach 35 Dienstjahren in den Ruhestand gehen«, hieß es in einer Mitteilung. »Bis dahin wird er eng mit Bill Anderson zusammenarbeiten, um einen reibungslosen Übergang sicherzustellen.«

Die Neubesetzung sei das Ergebnis »eines umfassenden Auswahlverfahrens, das Mitte vergangenen Jahres angestoßen worden war«, teilt Bayer weiter mit. Baumann hatte zuvor bereits angekündigt, seinen Vertrag nicht verlängern zu wollen.

»Ich könnte nicht glücklicher sein, heute anzukündigen, dass ich dem Team Bayer als CEO beitrete«, postete Anderson auf dem Karrierenetzwerk LinkedIn. Er ist studierter Chemieingenieur und leitete zuletzt die Pharma-Sparte von Roche. Dort habe der 56-Jährige erfolgreich ein »umfassendes Transformations­programm« geleitet, lobte Bayer. Der Konzern kämpft seit Längerem mit Problemen, unter anderem wegen der Übernahme des US-Konzerns Monsanto. Diese brachte dem Unternehmen zahlreiche Klagen wegen des mutmaßlich krebserregenden Wirkstoffs Glyphosat ein.

Baumanns Vertrag wäre eigentlich noch bis Ende April 2024 gelaufen. Wegen der kurz nach seinem Amtsantritt angekündigten Monsanto-Übernahme stand er schon länger unter Druck von Investoren. Auf der Hauptversammlung 2019 war Baumann als erster amtierender Vorstandschef eines Dax-Konzerns von den Aktionären nicht entlastet worden. Das einst wertvollste deutsche Dax-Unternehmen ist an der Börse nur noch rund 58 Milliarden Euro wert - und damit weniger, als es einst für Monsanto zahlte.

Die Aktien reagierten mit einem Kurssprung von mehr als sechs Prozent auf die Nachricht.

dab/Reuters
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