Geplante Übernahme Bayer erhöht Angebot für Monsanto

Etwa 62 Milliarden Dollar hatte Bayer für den US-Saatguthersteller Monsanto geboten - nach Meinung der Amerikaner zu wenig. Nun legen die Leverkusener noch einmal drauf.
Logos von Monsanto und Bayer

Logos von Monsanto und Bayer

Foto: AP, DPA

Bayer hat sein Übernahmeangebot für den umstrittenen US-Biotechnologiekonzern Monsanto noch einmal aufgestockt. Statt 122 US-Dollar will der Dax-Konzern nun 125 US-Dollar pro Anteilsschein zahlen, wie das Unternehmen mitteilte. Bei rund 440 Millionen ausstehenden Aktien entspräche das einem Aufschlag von rund 1,3 Milliarden Dollar (knapp 1,2 Milliarden Euro) gegenüber dem bisherigen Angebot von 62 Milliarden Dollar (gut 55 Milliarden Euro).

Grund für die Erhöhung seien neue Informationen, die sich aus vertraulichen Gesprächen ergeben hätten. Zudem sei man, wenn nötig, zu Zusagen gegenüber den Behörden bereit, um die Übernahme nicht scheitern zu lassen. Die erhöhte Offerte sei den Amerikanern bereits in der vergangenen Woche übermittelt worden.

"Wir sind davon überzeugt, dass diese Transaktion für die Monsanto-Aktionäre hoch attraktiv ist und die beste Gelegenheit zur sofortigen und sicheren Wertsteigerung für ihre Aktien bietet", sagte Bayer-Chef Werner Baumann. Das Unternehmen habe die feste Absicht, diese Transaktion abzuschließen.

Die Monsanto-Aktie legte zeitweise um fünf Prozent auf 105,75 Dollar zu, Bayer-Papiere fielen nachbörslich um knapp ein Prozent auf 92,10 Euro.

Bayer hatte im Mai überraschend ein Übernahmeangebot für Monsanto angekündigt. Im ersten Anlauf bot der Leverkusener Konzern für den umstrittenen US-Biotechnologiekonzern rund 62 Milliarden Dollar (55 Milliarden Euro). Doch hatte Monsanto das Angebot als zu niedrig zurückgewiesen.

Die Leverkusener würden durch den Zusammenschluss zur weltweiten Nummer eins im Agrarchemiegeschäft aufsteigen. Dennoch war der Deal von Anfang an umstritten. Monsanto steht in Europa seit Jahren wegen seiner gentechnisch veränderten Produkte in der Kritik.

Dem Unternehmen wird unter anderem ruppiges Verhalten im Umgang mit seinen Kunden vorgeworfen. Außerdem vertreibt Monsanto den Unkrautvernichter Glyphosat. Dieser steht im Verdacht, krebserregend zu sein. Monsanto vermarktet Glyphosat unter dem Namen Roundup. Die EU-Kommission hatte vor Kurzem die Europazulassung des umstrittenen Herbizids um bis zu 18 Monate verlängert.

asa/dpa/Reuters/AFP