Chemiekonzern Bayer EU-Kommission hat Bedenken wegen Monsanto-Übernahme

Die EU-Kommission weitet die Prüfung der geplanten Milliardenübernahme des US-Konzerns Monsanto durch Bayer aus. Sie befürchtet, dass der Wettbewerb beeinträchtigt werden könnte.
Bayer-Werk in Leverkusen (Archiv)

Bayer-Werk in Leverkusen (Archiv)

Foto: Oliver Berg/ picture alliance / dpa

Die von Bayer geplante Übernahme des US-Konkurrenten Monsanto steht vor einer neuen Hürde: Die EU-Kommission hat Vorbehalte und will die Fusion genauer prüfen.

Die Kommission sei besorgt, dass der Zusammenschluss der beiden Agrarkonzerne den Wettbewerb in einigen Geschäftszweigen schwächen könnte, teilte die zuständige Kommissarin Margrethe Vestager mit.

"Saatgut und Pestizide sind für Landwirte und letztlich auch für die Verbraucher von entscheidender Bedeutung", sagte Vestager. "Wir müssen auf diesen Märkten einen wirksamen Wettbewerb sicherstellen." Sonst drohten höhere Preise, weniger Innovation und geringere Qualität.

Umstrittener Unkrautvernichter

Bayer will die Übernahme im Wert von 66 Milliarden Dollar bis Jahresende abschließen. Auch die Kartellbehörden in den USA prüfen den Zusammenschluss. Das neue Unternehmen wäre der weltgrößte Anbieter in der Agrarchemie. Monsanto ist vor allem als Hersteller von Unkrautvernichtern mit dem umstrittenen Wirkstoff Glyphosat bekannt.

Bayer teilte mit, der Konzern habe "aufgrund der Größe und des Umfangs der geplanten Übernahme" eine nähere Untersuchung erwartet. Gleichzeitig bekräftigte Bayer das Ziel, die Genehmigung der Kommission "bis Ende 2017 zu erhalten". Der Konzern sei von den Vorteilen des geplanten Zusammenschlusses überzeugt und werde die EU-Kommission bei der Untersuchung unterstützen.

Umweltschützer und Kritiker fordern auch wegen der großen Marktmacht eine Untersagung des Zusammenschlusses. "Kommissarin Vestager hat gezögert, die Fusion zu stoppen, die einem Jumbo-Unternehmen die Kontrolle über unser Essen geben würde", teilte die Aktivistengruppe Avaaz mit. "In den nächsten 90 Tagen kann sie ihren Mut beweisen, das öffentliche Interesse vor die Gier einer Firma zu stellen."

brt/dpa/AFP
Die Wiedergabe wurde unterbrochen.