Pharma Bayer legt leicht zu - Jahresziel aber "zunehmend ambitioniert"

Im zweiten Quartal hat der Pharmakonzern Bayer noch von der Monsanto-Übernahme profitiert. Doch extreme Wetterlagen und Klagen gegen die US-Tochter trüben den Ausblick.

Bayer-Niederlassung nahe Paris
Benoit Tessier / Reuters

Bayer-Niederlassung nahe Paris


Trotz Belastungen im Agrargeschäft hat Bayer dank der Übernahme des US-Saatgutherstellers Monsanto Chart zeigen seinen Umsatz im zweiten Quartal gesteigert. Er stieg währungs- und portfoliobereinigt um knapp ein Prozent auf 11,5 Milliarden, teilte das Pharmaunternehmen mit. Der bereinigte Betriebsgewinn vor Steuern, das Ebitda, legte um rund ein Viertel auf 2,93 Milliarden Euro zu.

Während Bayer Chart zeigen im Pharmageschäft kräftig zulegte, setzten extreme Wetterbedingungen der Agrarsparte zu. Im Mittleren Westen der USA hatte es Überschwemmungen und starke Regenfälle gegeben, in weiten Teilen Europas und in Kanada Trockenheit. Das Jahresziel sei "zunehmend ambitioniert", teilte Bayer mit.

18.400 Glyphosat-Klagen eingegangen

Seit der 63 Milliarden Dollar schweren Übernahme von Monsanto hat die Tochter drei wichtige Gerichtsprozesse verloren, 18.400 Menschen klagen nach aktuellen Unternehmensangaben. Bayer kämpft mit einem Imageverlust.

Kritiker werfen Monsanto vor, dass sein glyphosathaltiger Unkrautvernichter Roundup krebserregend sei, das ist umstritten. Im jüngsten Urteil gegen die Firma ist die Strafe von ursprünglich zwei Milliarden Dollar jedoch auf knapp 90 Millionen gesenkt worden.

Zuletzt kündigte Bayer an, auch nach Glyphosat-Alternativen zu suchen. An dem Produkt werde jedoch festgehalten. Bayer-Chef Werner Baumann war im Zusammenhang mit der Monsanto-Übernahme auf der Bayer-Hauptversammlung Ende April von den Aktionären nicht entlastet worden. Die Rechtsstreitigkeiten rund um Glyphosat lasten schwer auf dem Aktienkurs des mit Aspirin groß gewordenen Traditionskonzerns.

Ermittlungen wegen Iberogast

Nun droht Bayer zudem Ärger an anderer Front: Laut "Handelsblatt" ermittelt die Staatsanwaltschaft Köln derzeit im Umfeld des Konzerns. Es geht demnach um einen Todesfall, der möglicherweise hätte vermieden werden können, wenn das Unternehmen früher vor Nebenwirkungen der Arznei Iberogast gewarnt hätte. Das darin enthaltene Schöllkraut kann in seltenen Fällen Leberschäden verursachen, Bayer nahm den Warnhinweis über Jahre nicht in den Beipackzettel auf.

Darüber hinaus hat der für seine aggressive Einmischung bekannte Hedgefonds-Investor Elliott Ende Juni seinen Einstieg bei dem Dax-Unternehmen bekannt gegeben. Hinter Elliott steht der US-Milliardär Paul Singer. Zwar gab sich der Investor zum Einstieg freundlich, machte aber auch deutlich, dass er langfristig mehr Rendite erwartet.

kko/dpa

insgesamt 2 Beiträge
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frankfurtbeat 30.07.2019
1. Bayer ...
Bayer hat sich mit dem Kauf von Monsanto zu einem noch übleren Unternehmen entwickelt. Die Chemiekonzerne sind meines Erachtens an zahlreichen Erkrankungen der Menschheit beteiligt - oder möchte irgendwer behaupten das die ganze Chemieplörre unschädlich für Mensch und Natur ist? Unterstützt und gedeckt vom Landwirtschaftsministerium werden tonnenweise Substanzen an die Natur abgegeben um mehr an Masse zu produzieren damit die Produkte zum Schluss in der Tonne landen. Profitgier frisst Hirn.
jufo 30.07.2019
2. #1 wollen Sie ohne Chemie leben?
Stellen Sie sich Ihr Leben ohne Chemie vor, viel bleibt da von Ihrem Lebensstandard nicht übrig.
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