Umstrittenes Spritzmittel von Bayer Rohstoff für Glyphosat droht knapp zu werden

Die Produktion des umstrittenen Unkrautvernichters Glyphosat ist bei Bayer laut einem Medienbericht beeinträchtigt. Grund ist wohl höhere Gewalt.
Glyphosat-Mittel Round-up

Glyphosat-Mittel Round-up

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Reed Saxon/ dpa

Der Bayer-Konzern steht wegen Glyphosat seit Jahren juristisch unter Druck. Nun droht der umstrittene Unkrautvernichter des Leverkusener Chemieunternehmens offenbar aus anderen Gründen auszugehen: Das Unternehmen warnt laut einem Bericht der Nachrichtenagentur Reuters vor Produktionsengpässen.

Hintergrund sind demnach Probleme bei der Rohstoffversorgung. Bei einem der wichtigsten Lieferanten des Unternehmens sei es zu einem mechanischen Ausfall in der Produktionsanlage gekommen, was zu einer erheblichen Verringerung der Produktionsraten geführt habe, schrieb Bayer vergangene Woche in einem Brief an Kunden, der Reuters vorliegt.

Fällt der Lieferant monatelang aus?

Der Ausfall beeinträchtige die Lieferfähigkeit von Bayer bei Glyphosat  und glyphosathaltigen Produkten, heißt es demnach. Der Leverkusener Agrarchemie- und Pharmakonzern erklärte deshalb höhere Gewalt (Force Majeure), wie ein Firmensprecher Reuters bestätigte. Betroffen von den Problemen sei ein wichtiges Vorprodukt für die Herstellung von Glyphosat, den Namen des Lieferanten nannte Bayer nicht.

Durch die Berufung auf Force Majeure wird der Konzern ohne Haftung von seinen vertraglichen Pflichten vorübergehend befreit. Der Bayer-Sprecher konnte vorerst keine Angaben dazu machen, wie lange die Lieferprobleme anhalten werden. Neue Lieferpläne würden derzeit ausgearbeitet, sagte er.

Lieferketten durch Pandemie gestört

Bayer geht dem Schreiben zufolge aber davon aus, dass die Reparaturen an der Produktionslinie des Lieferanten rund drei Monate dauern werden. Der Brief richtete sich an Kunden, die Glyphosat als Wirkstoff einkaufen. Betroffen ist aber auch die eigene Produktion der glyphosathaltigen Round-up-Unkrautvernichter von Bayer.

Der Konzern erklärte, der Markt für Pflanzenschutz-Chemikalien und -Mittel erlebe gegenwärtig ein historisch knappes Angebot angesichts der herausfordernden weltweiten Handelsströme und den Auswirkungen der Pandemie, die das bereits knappe Angebot weiter unter Druck setzen. Der Lieferant arbeite aber daran, die Produktion wieder aufzunehmen. Bayer habe zusätzliche Materialien beschafft und andere Maßnahmen ergriffen, um die Situation bestmöglich zu bewältigen.

apr/Reuters