Klagen wegen Blutverdünner Xarelto Bayer und US-Partner zahlen 775 Millionen Dollar

Erleichterung bei Bayer: Der Chemie- und Pharmakonzern legt einen Rechtsstreit um sein wichtigstes Medikament Xaralto bei. Zusammen mit der Partnerfirma Janssen will das Unternehmen Tausenden Klägern insgesamt 775 Millionen Dollar zahlen.
Bayer-Pharmasparte in Berlin

Bayer-Pharmasparte in Berlin

Foto: ODD ANDERSEN/ AFP

Die Klagewelle wegen des Unkrautmittels Glyphosat läuft noch, aber eine andere juristische Baustelle kann Bayer   schon mal schließen. Im Fall des Blutgerinnungshemmers Xarelto einigten sich der deutsche Konzern und sein Partner Janssen am Montag mit einer Vielzahl von Klägern auf einen Vergleich über insgesamt 775 Millionen Dollar. Die Kosten wollen sich die beiden Unternehmen zur Hälfte teilen. Bayer geht davon aus, dass sein Anteil durch eine Produkthaftpflichtversicherung zum Teil beglichen wird. Mit dem Vergleich sind dann praktisch alle Klagen vom Tisch.

Der Gerinnungshemmer ist das mit Abstand umsatzstärkste Medikament von Bayer. 2018 setzte der Konzern mit der Arznei gut 3,6 Milliarden Euro um, zehn Prozent mehr als im Vorjahr. In den USA lagen zuletzt Klagen von etwa 24.900 Anwendern von Xarelto und deren Angehörigen vor, die das Medikament für Blutungen bis hin zu Todesfällen verantwortlich machen. Bayer hat nach ihrer Einschätzung nicht angemessen vor den Risiken einer Behandlung mit dem Gerinnungshemmer gewarnt. Mehrere Fälle wurden aber bereits zugunsten der Pharmakonzerne entschieden.

Xarelto wurde von Bayer und Janssen gemeinsam entwickelt und wird in den USA von der Johnson & Johnson-Tochter vermarktet.

Im Streit um das Unkrautvernichtungsmittel Glyphosat ist Bayer dagegen noch längst nicht so weit. In den USA sieht sich der Konzern mit mehr als 11.200 Klägern konfrontiert. Erst in der vergangenen Woche erlitt Bayer dabei in einem wegweisenden US-Prozess eine herbe Niederlage.

stk/Reuters