Pharma Bayer verkauft Tiermedizin-Sparte für 7,6 Milliarden Dollar

Bayer braucht Geld, um seinen Schuldenberg abzutragen. Jetzt hat sich der Konzern von seiner Tiermedizin-Sparte getrennt.

Bayer-Konzern: Geld für den Schuldendienst
Wolfgang Rattay/REUTERS

Bayer-Konzern: Geld für den Schuldendienst


Der Agrarchemie- und Pharmakonzern Bayer verkauft seine Tierarzneimittel-Sparte für 7,6 Milliarden Dollar an den US-Konzern Elanco. 5,3 Milliarden Dollar bezahlen die Amerikaner in bar, die übrigen 2,3 Milliarden in Aktien. Das teilte der Leverkusener Konzern mit.

"Animal Health" ist die kleinste Sparte im Bayer-Konzern, die Tochterfirma mit Sitz in Monheim bei Düsseldorf und Produktionsanlagen in Kiel und Shawnee (USA) hat rund 3700 Mitarbeiter - das sind nur gut drei Prozent der Bayer-Belegschaft insgesamt. Mit den Einnahmen können die Leverkusener den Schuldenberg abbauen, der durch die Übernahme des US-Saatgutherstellers Monsanto entstanden war. Unlängst hatte Bayer bereits mit Anteilen an einem Chemieparkbetreiber Kasse gemacht.

Das Tiermedizin-Geschäft kam 2018 auf einen Umsatz von 1,5 Milliarden Euro, die Geschäfte waren profitabel. Die Bayer-Sparte verkauft Floh-, Zecken- und Entwurmungsmittel sowie Halsbänder zur Abwehr des Ungeziefers. Im Geschäftsbericht 2018 gilt sie als ausgesprochen zukunftsfest: Die Weltbevölkerung steige und es gebe höhere Durchschnittseinkommen. "Dies führt zu einem vermehrten Haustierbesitz und im Nutztierbereich zu einem steigenden Fleisch- und Milchkonsum" - dementsprechend steige auch die Nachfrage nach Arzneimitteln für Tiere.

Elanco, das einst zum US-Pharmariesen Eli Lilly gehörte, ist mit weltweit bisher 5600 Mitarbeitern und einem Jahresumsatz von zuletzt 3,1 Milliarden Dollar in der Branche eine feste Größe. Die Firma sorgte bereits 2015 für Aufsehen, als sie die Tiergesundheitssparte des Schweizer Konzerns Novartis schluckte.

mik/dpa



insgesamt 20 Beiträge
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philipkdi 20.08.2019
1. Monsanto lässt grüßen
Tja, jetzt wird mal alles zu Geld gemacht, damit die Monsanto Ka... nicht die ganze Bude zum implodieren bringt. Reife Managementleistung. Ach stimmt ja, das war doch der Manager, der diese Woche nach einer neuen Agenda 2010 rief, oder? Mein Agendavorschlag: Versager entsorgen, kleinere Brötchen backen, die schmecken dann allen. ja, ich weiß, ich bin ein Sozialromantiker.....
brooklyner 20.08.2019
2.
Zitat von philipkdiTja, jetzt wird mal alles zu Geld gemacht, damit die Monsanto Ka... nicht die ganze Bude zum implodieren bringt. Reife Managementleistung. Ach stimmt ja, das war doch der Manager, der diese Woche nach einer neuen Agenda 2010 rief, oder? Mein Agendavorschlag: Versager entsorgen, kleinere Brötchen backen, die schmecken dann allen. ja, ich weiß, ich bin ein Sozialromantiker.....
Nein, das war der Typ von der BASF, das "Genie" bei Bayer heisst Baumann.
Brathering 20.08.2019
3. Schon Monopol
Oder gibt es noch andere große Firmen?
foerster.chriss 20.08.2019
4.
Bayer verkauft eine Sparte für 7,6 Mrd. Dollar, die jährlich 1,8 Mrd. Dollar umsetzt? Ist der Umsatz genauso hoch wie der Gewinn?
ayberger 20.08.2019
5. Für die US-Kläger,
die das Glyphosat unsachgemäß angewendet haben und nun andere - den Hersteller - für ihre Fahrlässigkeit verantwortlich machen und frech astronomische Forderungen stellen ...
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