Umstrittener Unkrautvernichter Bayer verliert weiteres Glyphosat-Berufungsverfahren in den USA

Ein Gericht in San Francisco bestätigte ein Urteil, wonach Bayer einem Krebskranken insgesamt gut 25 Millionen Dollar Schadensersatz zahlen muss. Es ist für den Konzern nicht die erste Schlappe vor Gericht.
Umstrittenes Pflanzenschutzmittel Roundup (Archivbild): Zukauf mit Folgen

Umstrittenes Pflanzenschutzmittel Roundup (Archivbild): Zukauf mit Folgen

Foto: Mike Blake / REUTERS

Um das Unkraut auf seinem Grundstück in Nordkalifornien loszuwerden, griff Edwin Hardeman regelmäßig zu dem Unkrautvernichter Roundup von Monsanto. Nun hat ein Gericht in San Francisco ein Urteil bestätigt, wonach der Agrarkonzern Bayer ihm insgesamt gut 25 Millionen Dollar Schadensersatz zahlen muss. Damit unterliegt Bayer auch im zweiten Glyphosat-Berufungsverfahren in den USA.

Hardeman hatte den glyphosathaltigen Unkrautvernichter für seine Krebserkrankung verantwortlich gemacht und gegen den Roundup-Hersteller Monsanto geklagt, den Bayer 2018 für 60 Milliarden Dollar übernommen hatte. Eine Geschworenenjury hatte 2019 zunächst Strafzahlungen von gut 80 Millionen Dollar gegen Bayer verhängt. Später wurde die Summe deutlich reduziert. Der Konzern hatte trotzdem Berufung eingelegt.

Bayer ist in den USA mit zahlreichen Glyphosat-Klagen konfrontiert, die das Unternehmen mit einem milliardenschweren Vergleich beilegen will. Nur drei Fälle wurden bislang vor Gerichten verhandelt, alle drei verlor der Dax-Konzern. Auch in Berufungsverfahren hatte Bayer bislang keine Erfolge.

Eine Stellungnahme von Bayer lag zunächst nicht vor. Das mit dem Monsanto-Kauf übernommene Glyphosatproblem macht dem Konzern schwer zu schaffen. In den USA meldeten bereits über 125.000 Kläger Ansprüche auf Schadensersatz an. Bayer will mehr als elf Milliarden Dollar in die Hand nehmen, um das Massenverfahren beizulegen. Doch ein wichtiger Teil des Vergleichs bedarf noch einer richterlichen Genehmigung. Am 19. Mai steht hierzu eine wichtige Anhörung an.

mic/dpa-afx