Milliardeninvestitionen Bayer will deutsche Standorte stärken

Der Leverkusener Bayer-Konzern startet ein groß angelegtes Modernisierungsprojekt. Von den davor vorgesehenen Milliarden soll ein erheblicher Teil in Standorte in Deutschland fließen.

Bayer-Standort Wuppertal: Betriebsbedingte Kündigungen bis Ende 2025 ausgeschlossen
Wolfgang Rattay/REUTERS

Bayer-Standort Wuppertal: Betriebsbedingte Kündigungen bis Ende 2025 ausgeschlossen


Der Pharma- und Chemiekonzern Bayer will seine deutschen Standorte stärken. Bis 2022 sollen dafür etwa 1,5 bis 2 Milliarden Euro bereitstehen, wie der Konzern mitteilte. Nach Angaben des Gesamtbetriebsrats sind im Bereich Pharma für die Werke Wuppertal, Leverkusen, Berlin, Bergkamen und Weimar jährliche Investitionen von 300 bis 350 Millionen Euro geplant.

Das Geld solle in den Erhalt, die Erweiterung und den Neubau von Anlagen fließen. Dass Bayer in Deutschland auch in die Digitalisierung und in Biotechnologien investieren wolle, sei ein "ganz wichtiges Signal" für die Mitarbeiter, sagte der Gesamtbetriebsratsvorsitzende Oliver Zühlke laut Mitteilung. Insgesamt will Bayer bis 2022 weltweit rund 35 Milliarden Euro vor allem in Forschung und Entwicklung investieren, davon etwa die Hälfte in Deutschland.

Betriebsbedingte Kündigungen bis Ende 2025 ausgeschlossen

Die Investitionszusage ist Teil einer Vereinbarung der Unternehmensführung mit dem Betriebsrat. Darin werden auch die Bedingungen für den Abbau von 4500 Stellen bei Bayer in Deutschland abschließend geregelt. Die Vereinbarung "bekräftigt und präzisiert" nach Bayer-Angaben die Inhalte einer gemeinsamen Erklärung vom November 2018. Danach sollen bis Ende 2021 weltweit etwa 12.000 der rund 117.000 Arbeitsplätze wegfallen, davon 4500 in Deutschland.

Für die großen Konzerngesellschaften in Deutschland sind betriebsbedingte Kündigungen bis Ende 2025 ausgeschlossen. Das gilt auch für die deutschen Mitarbeiter der von Bayer verkauften Tiermedizinsparte. Der Stellenabbau in Deutschland soll unter anderem über Abfindungen erfolgen.

In der Vereinbarung ist den Arbeitnehmervertretern zufolge auch festgeschrieben, dass die Steuerung des Konzerns, seiner Divisionen und der globalen Funktionen weiterhin aus Deutschland erfolgt. Damit seien alle deutschen Standorte des Konzerns gesichert.

mik/dpa



insgesamt 3 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
Spiegelleserin57 02.10.2019
1. so wenig...
300 bis 350 Millionen Euro, das ist doch für ein so großes Pharmaunternehmen schon aus der Portokasse zu bezahlen und witzig. Abfindungen sind der nächste Witz,, zu versteuern und diese werden auf das Arbeitslosengeld angerechnet. Also kein Geschäft für den Arbeitslosen der sich fragt ob er überhaupt noch eine Job finden wird.
HansGluck 03.10.2019
2. Wichtig
Wichtig für die Standorte und Deutschland!
UsuallyPositive 03.10.2019
3. Das ist nur Augenwischerei
In Berlin wird das Geld dafür genutzt, die Gebäude mit den Mitarbeitern, die man nicht mehr braucht, zum Biotechnologie Standort umzubauen. Die Mitarbeiter dürfen dann zu irgendeinem Start Up oder Kleinunternehmen wechseln oder gehen. Übrig eben dort nur ein paar Büros. An den restlichen Standorten sind es nur die Mittel, die man ohnehin dringend investieren musste. Im Unternehmen weiß gerade niemand, wohin man eigentlich möchte und die Mitarbeiter sind ohne Ende demotiviert.
Alle Kommentare öffnen
Seite 1

© SPIEGEL ONLINE 2019
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.