BayernLB-Affäre Fahnder ermitteln gegen Formel-1-Boss Ecclestone

Formel-1-Boss Bernie Ecclestone weist alle Schuld von sich, doch laut einem Zeitungsbericht ermittelt die Staatsanwaltschaft nun auch gegen ihn. Es geht um eine dubiose 50-Millionen-Dollar-Zahlung an den ehemaligen BayernLB-Vorstand Gribkowsky.

Formel-1-Boss Bernie Ecclestone: Aussage als Beschuldigter?
dpa

Formel-1-Boss Bernie Ecclestone: Aussage als Beschuldigter?


München - Es war ein überraschender Schritt, als Bernie Ecclestone vor wenigen Wochen seinen Anwalt verkünden ließ: Er, Ecclestone, sei gerne bereit, als Zeuge in der Millionenaffäre um den Ex- BayernLB-Manager Gerhard Gribkowsky auszusagen. Beobachter vermuteten dahinter Kalkül: Wer als Zeuge aussagt, der steht nicht selbst unter Verdacht. Laut einem Zeitungsbericht hat der Formel-1-Boss der Münchner Staatsanwaltschaft inzwischen tatsächlich Rede und Antwort gestanden - allerdings soll er als Beschuldigter gehört worden sein. Die "Süddeutsche Zeitung" berichtet, Ecclestone werde der Beihilfe zur Untreue verdächtigt.

Bereits am 6. April habe der Chefvermarkter der Formel 1 laut der Zeitung in München zur Sache ausgesagt. Der 80-Jährige soll sich gegenüber den Ermittlern kooperativ gezeigt haben. Damit habe er die Staatsanwaltschaft darin bestärkt, keinen Haftbefehl zu beantragen. Von der Münchner Anklagebehörde war dazu am Freitagnachmittag keine Stellungnahme zu erhalten.

Ecclestone hatte bereits öffentlich erklärt, mit illegalen Zahlungen an Gribkowsky habe er nichts zu tun und wisse davon auch nichts. Gribkowsky, ehemals Vorstand der Bayerischen Landesbank, sitzt seit Anfang Januar in Untersuchungshaft. Die Staatsanwälte gehen davon aus, dass der Manager insgesamt 50 Millionen Dollar am Fiskus vorbei für sein "Entgegenkommen" beim Verkauf der Formel-1-Anteile der Landesbank an den Finanzinvestor CVC bekommen hat. Die Millionen sollen in seiner österreichischen Privatstiftung geparkt worden sein.

Mahnbrief an Ecclestone

Die BayernLB hatte die ihr 2002 nach der Pleite von Medienzar Leo Kirch zugefallenen Anteile an der Rennserie Ende 2005 für rund 837 Millionen Dollar an CVC verkauft. Die Ermittler werfen dem 2008 gefeuerten Risikovorstand Untreue, Bestechlichkeit und Steuerhinterziehung vor. Der Verwaltungsrat der BayernLB hat Gribkowsky auf Schadensersatz verklagt.

Unklar ist nach wie vor, wer das Geld an Gribkowsky gezahlt hat und wofür genau. Immer wieder gab es Gerüchte, dass Ecclestone selbst daran beteiligt gewesen sei - was dieser stets bestritt. Für einen Verdacht gegen Ecclestone spricht bisher vor allem ein Mahnbrief, den ein Anwalt Gribkowskys Ende 2007 an den Formel-1-Boss geschickt hatte. Darin wurde beklagt, Teile eines vereinbarten Millionenhonorars seien nicht pünktlich gezahlt worden. Der "SZ" zufolge könnte das Geld aus der BayernLB selbst stammen und von Ecclestone an Gribkowsky weitergeleitet worden sein. Gribkowsky allerdings schweigt seit seiner Verhaftung zu den Vorwürfen.

fdi/dpa/dapd

insgesamt 2 Beiträge
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weltbetrachter 15.04.2011
1. die Vergangenheit holt einen ein...
Vom Zeugen zum Beschuldigten wird man wohl schnell. Aber glaubt wirklich jemand, das die Ikone Ecclestone sich vor einem deutschen Gericht verantworten muß und ggf. verurteilt wird? Wohl kaum. In derartigen Kreisen werden "Vereinbarungen" getroffen. . Bauernopfer sehen anders aus.
khaproperty 16.04.2011
2. Diese ewigen Neidvorlagen
für`s schlichte Publikum sind schon etwas nervig. Mit der Anzahl der Nullen steigt dann der Reflex zum: Einsperren, Totschlagen oder Verbieten. Am Besten alles zugleich. Selber Kohle machen macht Freude - nicht an Anderen herumpopeln.
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