Hypo-Alpe-Adria-Debakel BayernLB macht 1,3 Milliarden Euro Verlust

Die Bayerische Landesbank muss um Kreditrückzahlungen aus Österreich fürchten. Sie hat nun vorsorglich Geld zurückgelegt. Daraus folgt ein Milliardenverlust.
Zentrale der BayernLB in München: Ärger mit Österreich

Zentrale der BayernLB in München: Ärger mit Österreich

Foto: Andreas Gebert/ dpa

München - Die BayernLB wird ihre Altlasten aus dem verkorksten Deal mit der Hypo Group Alpe Adria (HGAA) nicht los. Seit Jahren wartet die Landesbank vergeblich auf die Rückzahlung von 2,4 Milliarden Euro von der HGAA. Nun hat die BayernLB Forderungen vorsorglich abgeschrieben. Die Folge ist ein Verlust von 1,3 Milliarden Euro nach Steuern für das vergangene Jahr, teilte das Geldhaus mit.

Dabei liefen die Geschäfte bei der Landesbank eigentlich gut. Im Kerngeschäft sei der Gewinn vor Steuern um knapp 200 Millionen Euro auf 669 Millionen Euro gestiegen. "Wir haben im Jahr 2014 unser Ergebnis vor Steuern kräftig gesteigert und eine Rückzahlung von 1,8 Milliarden Euro an den Freistaat Bayern geleistet", sagte BayernLB-Chef Johannes-Jörg Riegler. Für das laufende Jahr stellte er für das Kerngeschäft einen stagnierenden Gewinn in Aussicht.

Die BayernLB stand nach Milliardenverlusten im Jahr 2008 vor der Pleite und musste mit Hilfe des Freistaats Bayern gerettet werden. Bis 2019 muss die Bank auf Druck der EU-Kommission fünf Milliarden Euro Staatshilfe an den Freistaat Bayern zurückzahlen. Rund 2,7 Milliarden Euro davon sind nach Angaben der Bank bereits geschafft.

Eine der größten Baustellen der BayernLB sind Altlasten

Den Milliardenverlust im vergangenen Jahr führt die Bank vor allem auf den verlustreichen Verkauf der ungarischen Tochter MKB sowie das Debakel um die einstige Österreich-Tochter HGAA zurück. Die BayernLB wartet seit Jahren vergeblich auf die Rückzahlung von 2,4 Milliarden Euro von der HGAA.

Die Regierung in Wien hatte Anfang März beschlossen, die Bad Bank der Hypo Alpe Adria namens Heta abzuwickeln und dabei sämtliche Schuldenzahlungen zu stoppen. Die BayernLB hat nun in ihrer Bilanz Vorsorge für einen Zahlungsausfall aus Österreich getroffen. Dadurch stieg die Risikovorsorge für das Jahr 2014 um mehr als eine Milliarde Euro auf knapp 1,5 Milliarden Euro. Mit dem Schritt habe die BayernLB die Altlasten nun weitgehend bereinigt, sagte Bankchef Riegler am Mittwoch in München. Allerdings betrifft die Vorsorge nur rund die Hälfte der Forderungen an Österreich. Damit bleibt der Zahlungsausfall weiter ein Risiko für die Landesbank.

Diese will im Rechtsstreit mit Österreich aber nicht nachgeben. Der Umgang der österreichischen Regierung mit den Gläubigern der einstigen HGAA sei in jeder Hinsicht inakzeptabel und rechtswidrig, sagte Riegler. Die Rückzahlung der Heta-Kredite werde mit allen juristischen Mitteln durchgefochten.

Von den Problemen mit der HGAA sind inzwischen auch etliche andere Banken in Deutschland betroffen. Sie verlangen laut "Handelsblatt" in der Auseinandersetzung mit Österreich nun nach Unterstützung durch die Bundesregierung. In einem Brief an das Bundesfinanzministerium fordere der Dachverband Deutsche Kreditwirtschaft, bei der Europäischen Kommission gegen das Verhalten Österreichs vorzugehen, berichtete die Zeitung.

mmq/Reuters/dpa