Insolventer Erotikhandel Beate Uhse steht zum Verkauf

Die Sanierung ist gescheitert, nun sucht der pleitegegangene Erotikhändler Beate Uhse einen neuen Besitzer. 70 Angestellte bangen um ihren Job.

Erotikspielzeug im Beate-Uhse-Shop in Flensburg (Archiv)
Malte Christians / DPA

Erotikspielzeug im Beate-Uhse-Shop in Flensburg (Archiv)


Bereits im vergangenen Jahr hatte der Erotikhändler Beate Uhse versucht, sich mit einem Investor in der Insolvenz neu aufzustellen. Das Vorhaben scheiterte: Die Firma ging erneut pleite - und steht nun zum Verkauf.

"Aufgrund verschiedener Nachfragen betreffend die Fortführung der Shops in Deutschland habe ich mich dazu entschlossen, die geeigneten Nachfolger bzw. Erwerber über einen geordneten Auswahlprozess zu ermitteln", teilte der vorläufige Insolvenzverwalter Sven-Holger Undritz mit. Er managte bereits das erste Insolvenzverfahren. Weitere Informationen gab es zunächst nicht.

Die Muttergesellschaft be you Gmbh sowie drei Tochterunternehmen hatten vor zehn Tagen beim Amtsgericht Flensburg einen Insolvenzantrag gestellt, nachdem die Gehälter für die noch 70 Angestellten nicht mehr regelmäßig gezahlt worden waren. Das Internetgeschäft ist bereits an die niederländische Gruppe EDC verkauft worden. Das Filialnetz soll noch rund 20 Shops umfassen.

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Insolvenz von Beate Uhse: Ende Legende

Beate Uhse wurde vergangenes Jahr nach einer ersten Insolvenz von dem Investor Robus Capital Management übernommen. Doch auch er konnte das seit Jahren rückläufige Geschäft nicht stabilisieren. Der Personalbestand wurde im Laufe des vorigen Insolvenzverfahrens von 500 auf 150 und schließlich auf 70 Mitarbeiter abgebaut. Aktuelle Umsatz- oder Gewinnzahlen von Beate Uhse liegen nicht vor.

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Beate Uhse war in der Nachkriegszeit von der gleichnamigen Unternehmerin in Flensburg gegründet worden und ging 1999 an die Börse. Das Unternehmen konnte nach dem Siegeszug des Internets nicht mehr an die Erfolge der Sechziger- und Siebzigerjahre anschließen und verlor immer mehr Kunden und Marktanteile. Mehrere Anläufe zur Revitalisierung der Marke scheiterten.

Der Wert des Unternehmens liegt heute im Wesentlichen im Markennamen, der immer noch über eine hohe Bekanntheit in der Bevölkerung verfügt.

kko/dpa



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