Brauereikonzern Beck's-Chef verliert Posten wegen Alkohol-Unfallfahrt

"Es war die einzig mögliche Konsequenz": Der weltgrößte Brauereikonzern AB InBev hat sich von seinem Deutschlandchef getrennt. Der Biermanager hatte einen Autounfall verursacht - unter "erheblichem Alkoholeinfluss".

Deutschlandzentrale von AB InBev in Bremen: "Hohes Maß an Vorbildfunktion"
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Deutschlandzentrale von AB InBev in Bremen: "Hohes Maß an Vorbildfunktion"


Der Unfall selbst soll noch relativ glimpflich verlaufen zu sein - für den Verursacher hat er aber dennoch gravierende Konsequenzen: Der Deutschlandchef des größten Brauereikonzerns der Welt, Till Hedrich, hat seinen Posten "mit sofortiger Wirkung" räumen müssen, weil er stark alkoholisiert einen Unfall auf der Autobahn verursacht hat. Das teilte ein Sprecher von Anheuser-Busch InBev (AB InBev) mit und bestätigte damit einen Bericht der "Getränkezeitung".

Der 44-jährige Top-Manager habe dem Unternehmen selbst geschildert, dass er am 30. April 2015 auf der A95 von München in Richtung Garmisch-Partenkirchen einen Autounfall verschuldet habe, teilte der Sprecher mit. Dabei sei er "erheblich" alkoholisiert gewesen. Nach Informationen von SPIEGEL ONLINE waren weitere Personen in den Unfall involviert, ernsthaft verletzt wurde aber niemand.

Hedrich hatte den Chefposten in der Bremer Deutschlandzentrale des Konzerns, zu dem unter anderem die Marken Beck's und Hasseröder gehören, erst Anfang des Jahres angetreten. Ein Nachfolger steht noch nicht fest. Die sofortige Trennung war dem Sprecher zufolge angesichts des geschilderten Hintergrunds und der starken Vorbildfunktion des Managers die einzige mögliche Konsequenz für beide Seiten. Das Unternehmen sei erschüttert.

Es gebe eine interne Richtlinie, die das Thema Alkohol am Steuer mit einer "Null-Toleranz" regle und auch berufliche Konsequenzen für den Fall einer Nichtbeachtung betone. "Alkohol ist kein Getränk, was vor dem Führen eines Fahrzeugs einen Platz hat", sagte der Sprecher. Daher betreibe man auch seit Jahren Werbekampagnen, die vor Fahren unter Alkoholeinfluss warnen. Tatsächlich lässt AB InBev etwa auch auf die Beck's-Etiketten entsprechende Piktogramme drucken.

Die Interessenvertreter der Bierbrauerbranche argumentieren gegenüber politischen Entscheidungsträger jedoch eher ambivalent, was Autofahren und Alkohol betrifft - die Branche leidet seit Jahrzehnten an einem fast ununterbrochenen Rückgang des Bierkonsums und versucht, diesen Trend zu drehen.

So berichtete etwa die "Zeit" im Jahr 2009, wie der Bayerische Brauerbund gegen Pläne der damaligen Drogenbeauftragten der Bundesregierung für eine niedrigere Promillegrenze lobbyierte: Eine solche sei verheerend für das Gastgewerbe und halte ausgerechnet verantwortungsbewusste Verbraucher vom Biertrinken ab.

fdi

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