Begehrte Rohstoffe Bahn jagt Metalldiebe mit codierten Gleisen

Markierte Kupferkabel, Oberleitungen und Schienen: Die Deutsche Bahn will Metalldiebe künftig mit präpariertem Material jagen - und hofft so darauf, mehr Täter zu überführen.

Bahngleise: Verfahren erinnert an chemisch markierte Geldscheine
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Bahngleise: Verfahren erinnert an chemisch markierte Geldscheine


Berlin - Ein unsichtbarer Zahlencode soll das Rohstoffproblem der Deutschen Bahn lösen: Um Metalldieben auf die Spur zu kommen, markiert der Konzern künftig Schienen, Kabel und Anlagen mit dieser sogenannten "künstlichen DNA". Taucht das Diebesgut später wieder auf, kann es dem Ort zugeordnet werden, an dem es gestohlen wurde. Ein Bahn-Sprecher bestätigte einen entsprechenden Bericht der "Süddeutschen Zeitung".

Unter speziellem Licht können die mit Mikropartikeln ins Material eingearbeiteten Zahlencodes sichtbar gemacht werden. Das Verfahren erinnert an chemisch markierte Geldscheine, mit denen etwa Erpresser überführt werden sollen.

Die Rohstoffdiebstähle machen der Bahn zunehmend zu schaffen. Das Material ist besonders begehrt, seit die Preise für Metalle wegen des weltweiten Wirtschaftsaufschwungs stark gestiegen sind. Der materielle Schaden für die Bahn ist immens, der auch die Kunden trifft: So ist manche Zugverspätung auch auf den Rohstoffklau zurückzuführen, der aufwändige Reparaturarbeiten nach sich ziehen kann.

Die Bahn registrierte 2010 rund 2500 Diebstähle, etwa 500 Täter seien gefasst worden. Vor allem auf Kupfer haben es die Diebe abgesehen, wie eine kürzlich im SPIEGEL veröffentlichte Rangliste zeigte. Demnach wurden im vergangenen Jahr folgende Metalle gestohlen:

  • 347.294 Kilo Kupfer,
  • 675.570 Kilo Stahl,
  • 2399 Kilo Aluminium sowie
  • 1.185.748 Kilo andere Metalle wie etwa Messing, Bronze oder Rotguss.

Die Bahn hofft mit Hilfe der Codierung künftig mehr Täter fassen zu können. Das Verfahren soll überwiegend in Regionen eingesetzt werden, in denen besonders viel gestohlen wird. Dies betrifft vor allem die östlichen Regionen.

Allein mit dem Verlust des Materials und den Kosten für die Instandsetzung der Strecken seien der Bahn im vergangenen Jahr rund zehn Millionen Euro Schaden entstanden, sagte der Sprecher. Die Kosten für Verspätungen betrügen ein Mehrfaches.

yes/dpa



insgesamt 15 Beiträge
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Kurt G, 11.07.2011
1. Das heisst ja wohl, dass....
.....alle Metalle der DB an Bahnhöfen, Gleisen, Freiflächen, etc nachträglich "codiert" werden. Ach, ist heute eigentlich der 1. April ?
Thomas33613, 11.07.2011
2. Wenn es dann hilft .....
Ansich keine schlechte Idee .... aber: Steht dann an jedem Schrottplatz einer von der BuPo und "scannt" das Material? Das ist wohl eher unpraktikabel und somit dient diese Maßnahme wohl lediglich der Abschreckung von "Eierdieben". Was mich bei diesem Problem wundert, ist das die "Schrottplätze" nicht überprüft werden! Denn mir kann keiner erzählen, das ein Schrotthändler eigentlich nicht stutzig werden müßte, wenn da jemand mit 1000m Kupferkabel oder meinetwegen 6 Schienen im "Kofferaum" vorfährt. Wenn man den Zwischenhandel bzw die Hehler ausschaltet, dann löst sich das Problem irgendwann. Ich glaube auch nicht, das das gesamte Diebesgut in den "Osten" transportiert wird. Da bleibt bestimmt sehr viel bei heimischen "Schrotthändlern"
Björn Borg 11.07.2011
3. :-))
Zitat von sysopMarkierte Kupferkabel, Oberleitungen und Schienen: Die Deutsche Bahn will Metalldiebe künftig mit*präpariertem Material*jagen - und hofft so darauf, mehr Täter zu überführen. http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,773604,00.html
Das glaubt der DB ja wohl niemand. Schlechter Versuch!
watermark71 11.07.2011
4. Ach so ja - echt abschreckend
Die Bahn muss die Volksintelligenz ja wohl sträflich gering einschätzen, um diese Ente in die Welt zu setzen. Dümmer geht wirklich kaum noch....
Zapallar 11.07.2011
5. Bitte geben Sie einen Titel für den Beitrag an!
Was 'ne Lachnummer! Erstens bleibt offen, ob die chemische Zusammensetzung der Markierung mit den Vorgaben des Stahls für die Schienen konform ist und diese Markierung überhaupt technsich möglich und legal ist. Desweiteren wird das sicher nur auf neue Gleise zutreffen .. und natürlich klaut niemand Hochgeschwindigkeitsstrecken oder sekundäre Strecken ... dann doch lieber die einspurige Nebenstrecke im Harz, da fällt nichts auf!
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