Schätzung des Luftfahrtverbandes IATA Bei drei von vier Airlines reicht das Geld weniger als drei Monate

Kaum eine andere Branche ist von der Coronakrise so schwer betroffen wie die Luftfahrtindustrie. Nun zeigen Zahlen des Luftfahrtverbandes, dass einigen Airlines das Geld ausgeht.
Foto: MARIO TAMA/ AFP

Bei den Fluggesellschaften wird wegen der Coronakrise nach Angaben des internationalen Branchenverbandes IATA das Geld knapp. Verbandschef Alexandre de Juniac forderte daher am Dienstag rasche Hilfe und bezifferte die nötigen staatlichen Mittel zur Unterstützung der Airlines weltweit mit 150 bis 200 Milliarden Dollar. Die Regierungen müssten "stark und schnell handeln", wenn sie eine funktionierende Luftfahrtbranche aufrecht erhalten wollten, so de Juniac. Wegen der weiterlaufenden Kosten reichten die Finanzmittel bei drei von vier Airlines weniger als drei Monate.

Der Flugzeugbauer Boeing hatte die US-Regierung bereits am Montag um kurzfristige Staatshilfe für sich und die gesamte Branche gebeten. Laut "Washington Post" will die US-Regierung Flugzeugbauern, Flughäfen und Fluggesellschaften als Teil eines Konjunkturpakets mit 50 Milliarden Dollar unter die Arme greifen. Bei Boeing ist die Lage wegen des monatelangen Flugverbots für den Verkaufsschlager 737 MAX ohnehin angespannt. Boeing ist hoch verschuldet.

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Anders als der US-Rivale Boeing hält der europäische Flugzeugbauer Airbus in der Coronakrise laut Insidern noch einige Monate ohne Staatshilfe durch. Airbus habe bei einem Krisentreffen mit dem Luftfahrtkoordinator der Bundesregierung am Montag signalisiert, dass das französisch-deutsche Unternehmen erst in einem "Worst-Case-Szenario" Hilfen vom Staat benötigen würde, sagten drei mit den Beratungen vertraute Personen der Nachrichtenagentur Reuters. Airbus habe 16 Milliarden Euro auf der hohen Kante und brauche jeden Monat rund 5,5 Milliarden, sagte einer der Teilnehmer.

Wie mögliche Hilfen für Airbus aussehen könnten, blieb bei dem Krisentreffen im Unklaren. Aber es sei nicht um direkte Subventionen gegangen, sondern um Instrumente wie staatliche Kreditgarantien, sagten die Insider. Dem Flugzeugbauer fehlen angesichts der Krise vor allem die üblichen Vorauszahlungen der Kunden als Finanzierungsquelle. Zudem hatte Airbus erst im Februar Geldbußen über 3,6 Milliarden Euro für Korruptionsfälle überweisen müssen, was ein zusätzliches Loch in die Kasse riss. Airbus wollte sich zu dazu nicht konkret äußern.

hej/Reuters
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