Auf Twitter Belgische Politikerin verrät versehentlich Impfstoffpreise

Die EU-Kommission hält die Preise für die Corona-Impfstoffe eigentlich geheim. Nun hat sie eine belgische Abgeordnete offengelegt – anscheinend aus Versehen. Am teuersten ist ein Produkt aus den USA.
Impfstoff von Pfizer und Biontech: Normalerweise sind die Preise für neue Impfstoffe ein gut gehütetes Geheimnis

Impfstoff von Pfizer und Biontech: Normalerweise sind die Preise für neue Impfstoffe ein gut gehütetes Geheimnis

Foto: Chris Jackson / dpa

Ein Klick mit Folgen: Eine belgische Politikerin hat offenbar aus Versehen die Corona-Impfstoffpreise der Hersteller offengelegt, mit denen die EU-Kommission Verträge zur Impfstofflieferung abgeschlossen hat.

Die Verbraucherschutz-Staatssekretärin Eva De Bleeker veröffentlichte am Donnerstag auf Twitter eine Tabelle mit Preisen pro Dosis der Impfstoffe von sechs Unternehmen. Der Eintrag wurde nach kurzer Zeit wieder gelöscht, die Zeitung »Het Laatste Nieuws « veröffentlichte jedoch einen Screenshot.

Demnach ist das Mittel des US-Unternehmens Moderna am teuersten: Es würde 18 Dollar pro Dosis kosten. Der US-Konzern Johnson & Johnson würde 8,50 Dollar verlangen. Die Preise der anderen Anbieter waren in Euro angegeben: Der Impfstoff des Mainzer Unternehmens Biontech und seines US-Partners Pfizer liegt demnach bei zwölf Euro pro Dosis. Die Tübinger Firma Curevac verlangt offenbar zehn Euro, die Franzosen von Sanofi 7,56 Euro. Mit Abstand am günstigsten wäre laut dem Dokument das Mittel von AstraZeneca mit nur 1,78 Euro pro Dosis.

Die EU-Kommission hat im Auftrag der EU-Mitgliedstaaten Lieferverträge mit diesen sechs Anbietern abgeschlossen. Unter Verweis auf Geheimhaltungsklauseln in den Verträgen wollte die Brüsseler Behörde die von De Bleeker verbreiteten Informationen nicht kommentieren.

Insgesamt belaufen sich die Lieferverträge der EU auf gut 1,3 Milliarden Dosen. Zudem wurden Optionen für 660 Millionen weitere Dosen vereinbart. Für die aussichtsreichsten Impfstoffe nutzte die Kommission diese Optionen bereits und stockte die Bestellung bei Pfizer-Biontech von 200 auf 300 Millionen und bei Moderna von 80 auf 160 Millionen Dosen auf.

Mit dem Mittel von Pfizer-Biontech soll noch in diesem Jahr der erste Corona-Impfstoff zugelassen werden. Moderna könnte bald darauf folgen. Bei den anderen Herstellern dürfte eine Zulassung frühestens einige Monate später erfolgen. Sanofi hatte zuletzt größere Probleme bei der Entwicklung eingeräumt.

mic/AFP