VW-Tochter Bentley verliert 21 Jahre dauernden Rechtsstreit um Markennamen

1998 verklagte das Familienunternehmen Bentley Clothing die VW-Tochter Bentley Motors, weil die auch Kleidung unter ihrem Namen verkaufte. Jetzt gab es eine Entscheidung - die für die VW-Tochter teuer werden könnte.

Vor Gericht erlebte Bentley eine Niederlage
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Vor Gericht erlebte Bentley eine Niederlage


Die VW-Tochter Bentley darf in Großbritannien ihre Kleidung nicht mehr unter ihrem Namen vertreiben. Ein Londoner Gericht gab am Freitag einer Klage des Familienunternehmens Bentley Clothing statt, das den Autobauer wegen eines Verstoßes gegen Namensrechte verklagt hatte. Außerdem darf der Hersteller künftig nur noch Jacken, Seidenkrawatten, Kappen und Schals anbieten, aber keine andere Kleidung. Das bekannte geflügelte Logo darf in Verbindung mit dem Namen nicht mehr auf Kleidung genutzt werden.

Bentley Clothing aus Manchester hatte den Namen Bentley 1982 als Marke schützen lassen. Der Rechtsstreit mit der VW-Tochter hatte 1998 begonnen.

Richter Richard Hacon kritisierte einen dauerhaften Eingriff in die Rechte des Familienunternehmens. Der Autobauer habe versucht, die Markenrechte der Bekleidungsfirma streichen zu lassen.

"Es war ruinös"

Bentley-Clothing-Chef Chris Lees begrüßte den Urteilsspruch. "Es war ruinös, finanziell wie emotional, und die heutige Entscheidung ist eine große Erleichterung." Nach Angaben seiner Anwälte könnten auf den Autobauer nun Schadensersatzforderungen zukommen. Außerdem müsse die VW-Tochter alle Kleidungsstücke, die gegen die Namensrechte verstoßen, aushändigen oder zerstören.

Bentley Motors zeigte sich enttäuscht und erwägt einen Einspruch gegen die Entscheidung. "Wir verkaufen seit mehr als 30 Jahren Kleidung im Vereinigten Königreich, und zu keinem Zeitpunkt gab es irgendeinen Beweis für eine Verwechslung mit dem Warenzeichen eines anderen Unternehmens", teilte ein Sprecher auf Anfrage mit. Er betonte, der Richterspruch beziehe sich nur auf Großbritannien

ptz/dpa



insgesamt 33 Beiträge
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Draw2001 01.11.2019
1. Der Richterspruch bezieht sich nur auf GB...
Bentley (VW) sagte auch beim Dieselbetrug, dass die Geständnisse von VW-Ingenieuren in USA nur für USA gelten würden. In Deutschland wurde zwar genauso betrogen, aber das ist ja was völlig anderes. Alles klar VW betrügt eben wo VW betrügen kann. Man darf von solchen Herstellern einfach nichts kaufen. Die Fahrzeuge vermitteln ein ganz schlechtes Gefühl.
quark2@mailinator.com 02.11.2019
2.
Wenn solche Prozesse David gegen Goliath sich über Ewigkeiten hinziehen, sollte es einen Mechanismus geben, der verhindert, daß Goliath nur prozessiert, weil er darauf hofft, daß David sich den Prozeß nicht (weiter) leisten kann. Rechtsstaatlichkeit erfordet mMn. nicht nur, daß es Gesetze gibt, sie müssen im realen Leben auch greifen - für arm und reich gleichermaßen.
ecnis 02.11.2019
3. Ein erneuter Beleg
... dafür, wie eiskalt VW sich über geltendes Recht hinweg setzt und versucht, seine eigenen Gesetze zu machen.
f-rust 02.11.2019
4. Gier führt zu Druck und Betrug
Wie schon beim Dieselbetrug: Großunternehmen sind offenbar allzu oft aus Gier nur noch auf Profit durch Druck gegen andere Marktteilnehmer und durch Betrug aus. Denn letztlich ist es Betrug, die seit 1982 eingetragenen Namens-Markenrechte eines Familienunternehmens zu "unterlaufen". Auch wenn VW meint, es sei ja nur GB betroffen: DORT ist doch offensichtlich der Hauptmarkt von Bentley Clothing ... :-( Nixxx mehr von VW oder irgendeiner Unterfirma, bis die nicht wenigstens halbwegs zu einer kaufmännischen Ehrbarkeit zurückkehren.
Espresso Dupio 02.11.2019
5. Schuster ...
bleib bei deinen Leisten ... Das Spiel, das VW in diesem Zusammenhang spielt, ist bekannt: Man bewegt sich mit seiner Marke in allen Geschäftsfeldern weltweit, und wenn irgendwo irgendwer schon da ist, macht man den platt nach dem Motto: Was will denn der?
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