Pannenflughafen BER Ex-Daimler-Manager als Wowereit-Nachfolger im Gespräch

Der Luftfahrtexperte Axel Arendt soll Presseberichten zufolge neuer Aufsichtsratschef beim Hauptstadtflughafen BER werden. Auch über eine Ablösung von Geschäftsführer Hartmut Mehdorn wird spekuliert.

Wowereit geht - und wer kommt? Medien spekulieren bereits über die Nachfolge
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Wowereit geht - und wer kommt? Medien spekulieren bereits über die Nachfolge


Berlin/Potsdam - Wowereit, Platzeck, wieder Wowereit - bislang setzte man beim Hauptstadtflughafen BER Politiker auf den Posten des Aufsichtsratschefs. Nun soll es offenbar ein Mann aus der Wirtschaft richten: Nach Informationen von "Berliner Morgenpost" und "B.Z." will das Land den früheren Daimler- und Rolls-Royce-Manager Axel J. Arendt zum Chef des Gremiums machen. Der 65-Jährige gilt als Luftfahrtexperte: Er ist der frühere Finanzvorstand des Luftfahrt- und Rüstungskonzerns EADS und ist bereits als Repräsentant des BER tätig.

Er würde den Posten nach dem Rückzug desBerliner Regierenden Bürgermeisters Klaus Wowereit (SPD) übernehmen. Laut "B.Z." wollen Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) und Finanzminister Christian Görke (Linke) die Personalie am Dienstag im Kabinett präsentieren.

Regierungssprecher Thomas Braune wollte die Berichte so nicht bestätigen. Er sagte: "Die Brandenburger Landesregierung wird sich morgen mit den Fragen der Entsendung der Brandenburger Mitglieder des Aufsichtsrates beschäftigen." Das Gremium kommt an diesem Freitag zu seiner nächsten Sitzung zusammen. Mit Arendt würde der BER jedoch eine Linie einschlagen, die Mehdorn bereitsim Gespräch mit dem SPIEGEL thematisiert hatte: "Wir sollten die Chance ergreifen, den Flughafen zu entpolitisieren. Es gehören mehr Mitglieder mit unternehmerischem Sachverstand in den Aufsichtsrat."

Auch Namen für Mehdorn-Nachfolge genannt

Wie der SPIEGEL am Wochenende bereits berichtete, wackelt auch der Stuhl des BER-Geschäftsführers Hartmut Mehdorn - als Nachfolger sei unter anderem der Münchner Flughafenmanager Thomas Weyer im Gespräch. Diese Personalie nannte nun auch das "Handelsblatt" und nennt als weiteren Kandidaten den Chef des Flughafens Köln-Bonn, Michael Garvens. Dazu sagt Regierungssprecher Braune: "Dass einer der beiden Herren im Gespräch ist, Herrn Mehdorn nachzufolgen, ist Quatsch."

Er verwies darauf, dass Mehdorn einen Vertrag bis 2016 habe. Zur Frage, ob überhaupt schon nach einem Mehdorn-Nachfolger gesucht werde, wollte sich der Regierungssprecher mit Blick auf die beiden anderen Gesellschafter - Bund und Land Berlin - nicht äußern. Nach Informationen des "Handelsblatts" ist jedoch ein erstes Gespräch mit einem potenziellen Kandidaten bereits für den 15. Dezember geplant. Dies wollten Brandenburgs Ministerpräsident Woidke und der designierte Berliner Regierende Bürgermeister Michael Müller (beide SPD) führen.

Am Montag sickerte außerdem durch, dass Mehdorn den Bau eines zusätzlichen Abfertigungsgebäudes erwägt. Dort solle zunächst übergangsweise das Regierungsterminal für Staatsgäste der Bundesregierung untergebracht werden. Später soll das Gebäude von Billigfluggesellschaften genutzt werden, hieß es. Über die Pläne hatten zuvor die Zeitungen "Bild", "B.Z." und "Tagesspiegel" mit Unterschieden im Detail berichtet. Außerdem sei geplant, den Nordpier des neuen Flughafens zu verlängern, um die Kapazität des auf 27 Millionen Passagiere ausgelegten Flughafens BER in Schönefeld zu erhöhen. Diese Zahl wird voraussichtlich bei der Eröffnung bereits überschritten sein. Die Flughafengesellschaft wollte zu den Plänen am Montag keine Stellung nehmen.

Der BER befindet sich seit 2006 im Bau, seine Fertigstellung hat sich wegen einer Serie von Bau- und Planungsfehlern aber bereits um Jahre verschoben. Gleichzeitig erhöhten sich die Kosten für den Problembau deutlich.

mia/dpa/AFP

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lupidus 08.12.2014
1.
was ist denn da los ? nachdem etliche mrd in den sand gesetzt und so ziemlich jeder termin auf den st.nimmerleinstag verschoben wurde, holt man sich endlich mal einen mann vom fach, einen experten. dann hätten wir mal einen kaufmann, wenn jetzt noch ein ingenieur dazukommt könnten da wirklich mal irgendwann flugzeuge landen :-)
nic 08.12.2014
2.
Wie ist das eigentlich bei diesem Personalkarussel, bekommen die so was wie einen golden handshake oder ihre Bezüge weiter ausbezahlt bis Vertragsende usw.? In dem Falle übernehme ich gerne ab 2020 bis ca. 2021.
tomymind 08.12.2014
3.
Mann vom Fach? Ein Ex-Manager vom Daimler? Die können nur verwalten, Fähnchen nach dem Wind wehen lassen, Entscheidungen aussitzen und wenn es klappt sich bejubeln lassen und falls nicht Untergebene feuern. Mehdorn ist übrigens auch aus der Daimler-Schule
j.vantast 08.12.2014
4. Der nächste bitte....
Nein, unfassbar. Man will tatsächlich einen Fachmann als Nachfolger Wowereits ernennen? Wer hat denn da gepennt? Grundsätzlich wäre das ja wirklich zu begrüssen, wäre da nicht der ewige Bremser Mehdorn. Sollte aber auch Mehdorn endlich abgesetzt werden (der Vertrag bis 2016 sollte ja wohl eine Klausel enthalten nach der man jemanden auch wegen nachgewiesener Unfähigkeit feuern kann) würde tatsächlich eine Chance bestehen das Desaster noch einmal in den Griff zu bekommen. Sollte Mehdorn aber bleiben wird wohl jeder Fachmann nach kurzer Zeit das Handtuch werfen und man könnte es ihm nicht einmal verübeln. Ist man sich denn nicht langsam einmal einig darüber dass diese unfähigen Wowereits und Mehdorns schon genug Steuergelder verbrannt haben?
lupidus 09.12.2014
5.
Zitat von tomymindMann vom Fach? Ein Ex-Manager vom Daimler? Die können nur verwalten, Fähnchen nach dem Wind wehen lassen, Entscheidungen aussitzen und wenn es klappt sich bejubeln lassen und falls nicht Untergebene feuern. Mehdorn ist übrigens auch aus der Daimler-Schule
lassen sie mich raten, sie haben die worte "manager" und "daimler" gelesen und hatten sofort den durchblick, dass es ich bei der person nur um einen dummkopf handeln kann, weil ja nur dummköpfe finanzchefs von konzernen werden, oder ? übrigens "nur verwalten", was soll ein manager (=verwalter) sonst tun ? er ist zuständig fürs finanzressort, nicht dafür, das ganze projekt voran zu treiben. das ist der job von mehrdorn... oder sollte es sein...
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