Neue Panne am Hauptstadtflughafen 600 Brandschutzwände sind gar keine

Brandschutz am BER, da war doch was. Stimmt, und da ist jetzt noch mehr: 600 Brandschutzwände entsprechen nicht den Vorschriften - sie müssen eingerissen oder verstärkt werden.
Flughafen BER: Eine unendliche Geschichte

Flughafen BER: Eine unendliche Geschichte

Foto: Patrick Pleul/ dpa

Nach dem Baustopp wegen zu schwerer Entrauchungs-Ventilatoren (und weiteren Pannen) müssen auf der Baustelle des neuen Hauptstadtflughafens Berlin Brandenburg (BER) auch noch 600 Brandschutzwände umgebaut werden. "Wir haben eine gehörige Zahl von Wänden, die als Brandschutzwände definiert sind, aber so nicht gebaut wurden", sagte Flughafenchef Karsten Mühlenfeld im Flughafenausschuss des Brandenburger Landtags.

Für die Wände wurden demnach Gasbeton-Steine verwendet. Nach Angaben des Bundesverbands Porenbetonindustrie eignen sich diese Steine zwar prinzipiell zum Brandschutz, wenn der Einsatz nach den entsprechenden Normen geplant und ausgeführt werde. Im Fall des Berliner Flughafens habe es bei Planung und Ausführung aber offenbar Fehler gegeben.

Zunächst hieß es sogar, die 600 Wände müssten eingerissen und neu gebaut werden. Später relativierte Flughafenchef Mühlenfeld in einer Mitteilung, dass "nur ein sehr geringer Teil dieser Wände" komplett neu gebaut werden müsse. Um die geforderten Brandschutzklassen zu erreichen, seien Stützen einzubauen oder Wandteile zu verstärken.

Davon wurde den Angaben zufolge schon einiges umgesetzt. Dies alles gehöre zu den Sanierungsmaßnahmen am BER und ist Mühlenfeld zufolge in den "derzeitigen Projektstatus eingepreist".

Einen Neubau des Flughafens lehnt die Brandenburger Landesregierung ab. "Was hier plakativ von politischer Seite vorgebracht wird, hilft nicht weiter", sagte der Flughafenkoordinator der Landesregierung, Rainer Bretschneider. "Es erhöht die Zeitprobleme und es erhöht die Kostenprobleme."

Zuvor hatte der CDU-Bundestagsabgeordnete Jens Koeppen in einem Zeitungsinterview gesagt: "Wenn wir wirklich nicht weiterkommen, muss man das Gebäude entweder entkernen - das heißt: den Beton stehen lassen und innen alles neu machen - oder man baut wirklich neu."

Ein Abriss und Neubau würde mindestens fünf bis sieben Jahre dauern, erläuterte Bretschneider, der auch stellvertretender Aufsichtsratsvorsitzender der Flughafengesellschaft ist. Hinzu käme eine neue Planfeststellung, gegen die in zwei Instanzen prozessiert werden könne.

"Ich akzeptiere, dass der Bürger und unsere Politiker langsam die Schnauze voll haben von den Hiobsbotschaften,", sagte Bretschneider. "Aber ich verlange auch, dass wir uns wieder sachgerecht äußern und zurückkommen zu Lösungen."

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kop/dpa
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