Entrauchungsanlage BER nimmt wichtige Hürde für Betriebsgenehmigung

Der Hauptstadtflughafen in Berlin-Schönefeld hat eine wichtige Hürde genommen. Der TÜV hat die Entrauchungsanlage abgenommen. Einige schwierige Probleme warten aber noch auf die Ingenieure.

Terminal des Hauptstadtflughafens: Zweifel am Terminplan nicht verflogen
Patrick Pleul/ZB/DPA

Terminal des Hauptstadtflughafens: Zweifel am Terminplan nicht verflogen


Die Arbeiten am neuen Hauptstadtflughafen BER sind einen wichtigen Schritt vorangekommen. Die Entrauchungssteuerung im Hauptterminal sei Ende der vergangenen Woche vom TÜV final geprüft und ohne Mängel freigegeben worden, teilte die Flughafengesellschaft am Dienstag mit. Am Vortag seien die Prüfberichte für die Anlage vom TÜV übergeben worden.

Die Entrauchungssteuerungsanlage regelt im Falle eines Brandes die Lüftung im Gebäude, sorgt dafür, dass die Rettungstüren öffnen und dass es automatische Durchsagen gibt. Die von Siemens stammende Anlage stellte nach Angaben der Flughafengesellschaft das kritischste Gewerk dar.

Auch sieben Jahre nach dem ursprünglich geplanten Eröffnungstermin arbeiten Baufirmen Mängel im bisher noch ungenutzten Terminal in Schönefeld bei Berlin ab. Zwei Bereiche sind noch nicht abgenommen worden, die Arbeiten laufen noch: bei der Brandmeldeanlage und bei den Kabelgewerken im Terminal. Die Flughafengesellschaft rechnet mit einer Abnahme im Sommer. Am Eröffnungstermin des drittgrößten deutschen Flughafens im Oktober 2020 hält sie nach wie vor fest.

Nächster Problemfall: Dübel

Zuletzt waren Zweifel am Terminplan lauter geworden. Dieser sei "aufgrund des unfertigen Anlagenzustands stark gefährdet", zitierte der "Tagesspiegel" aus einem internen Bericht des TÜV Rheinland vom März. Flughafenchef Engelbert Lütke Daldrup widersprach daraufhin.

Der Zeitung zufolge sind ein Problem auch Kabelbefestigungen mit Plastikdübeln, die einem Brand möglicherweise nicht standhalten. So verdichteten sich Hinweise, dass die vom Flughafen erhoffte Einzelfallzulassung nicht erteilt werde. Schlimmstenfalls könnten die Dübel "zu einem K.-o.-Problem" werden. Nach Angaben der Flughafengesellschaft ist ein Nachweisverfahren in Arbeit.

"Ich gehe nach wie vor davon aus, dass es gelingt, im Oktober 2020 zu starten", sagte Berlins Regierungschef Michael Müller (SPD) am Dienstag. "Ich habe nach wie vor keine Zweifel an den Aussagen des Geschäftsführers." Er wies allerdings darauf hin, dass er nicht dem Aufsichtsrat angehöre und deshalb keine eigenen Erkenntnisse über Baufortschritte habe.

Im Video: Deutschlands teuerste Baustelle - Flughafen Berlin-Brandenburg BER

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mik/dpa-AFX



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