Hauptstadtflughafen Mehdorn will mehr Schadensersatz von Architekten

Die Architekten des Hauptstadtflughafens müssen sich auf neue Forderungen einstellen. Die Flughafengesellschaft will jetzt den Beleg dafür gefunden haben, dass die Probleme mit der Entrauchungsanlage auf Planungsfehler zurückzuführen sind.
Technikraum im Hauptstadtflughafen: Zusätzliche Schornsteine

Technikraum im Hauptstadtflughafen: Zusätzliche Schornsteine

Foto: Bernd Settnik/ picture alliance / dpa

Schönefeld/Potsdam - Die Brandschutzanlage im neuen Hauptstadtflughafen hätte nach Erkenntnissen der Betreiber in einem zentralen Abschnitt des Terminals nie funktioniert. "Wir haben die Anlage nachgerechnet und man muss ganz klar sagen: Es war ein Planungsfehler", sagte der technische Leiter Jochen Großmann am Dienstag auf der Baustelle in Schönefeld. Im Rechtsstreit mit den Architekten will der Flughafen die bestehende Klage entsprechend erweitern, kündigte Strategiechef Uwe Hörmann an.

Bei der Arbeit an der Anlage gibt es nach Großmanns Worten Zeitverzug, weil Aufträge für Planungsarbeiten ausgeschrieben werden mussten. Er versicherte aber: "Wir haben alle Planungen vergeben, die wir gegenwärtig brauchen."

Großmann nannte den kritischen Abschnitt der Brandschutzanlage mit der internen Nummer 14 "ein Monster". Um sie zu bändigen, wird die Anlage zerlegt. Aus den höher gelegenen Räumen soll Rauch durch zusätzliche Schornsteine durch das Terminaldach entweichen. Bislang sei geplant gewesen, Rauch über Hunderte Meter erst in die Keller und dann seitwärts aus dem Terminal zu saugen.

Finanzierungsplan gefordert

"Wir haben jetzt ein Verständnis für die Anlage und wir haben die Planer an Bord", umriss Großmann die Fortschritte der vergangenen Monate. "Es ist beherrschbar, das Ganze ist kein Zauber Manitus", versicherte der Ingenieur. Seinen Umbauplan will er an diesem Freitag dem Aufsichtsrat vorstellen.

Flughafen-Miteigentümer Brandenburg forderte unterdessen von Flughafenchef Hartmut Mehdorn Klarheit über Mehrkosten. Nach seinen Angaben sind die bewilligten 4,3 Milliarden Euro am Jahresende verbraucht. "Es ist Aufgabe der Geschäftsführung, wenn sie etwas will, klare und verlässliche Zahlen zu liefern. Darauf warten alle", sagte Flughafenkoordinator Rainer Bretschneider.

Mehdorn braucht laut "Bild"-Zeitung 1,1 Milliarden Euro mehr. Darüber wird seit Herbst spekuliert. Brandenburgs Finanzminister Christian Görke (Linkspartei) sagte: "Die FBB ist bekannt für ihre Forderungen nach immer mehr Geld." Ein Kosten- und Finanzierungsplan liege ihm aber nicht vor.

mik/dpa-AFX
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