Fehlkalkulation BER muss wahrscheinlich eine Milliarde Euro nachzahlen

Der Hauptstadtflughafen muss nach SPIEGEL-Informationen wohl mindestens rund eine Milliarde Euro mehr für Aufträge bezahlen als kalkuliert. Firmen fordern in großer Zahl Nachschläge, weil die Kosten zu knapp berechnet worden sind.
Flughafen Berlin Brandenburg: Nachträge belasten die Bilanz

Flughafen Berlin Brandenburg: Nachträge belasten die Bilanz

Foto: Patrick Pleul/ dpa

Berlin - Beim Flughafen BER wurden offenbar über Jahre Bau- und Planungsaufträge in erheblichem Umfang fehlerhaft und zu knapp kalkuliert. Die Flughafengesellschaft hat inzwischen 995 Millionen Euro an Nachtragsforderungen der beauftragten Unternehmen als berechtigt akzeptiert, allerdings noch nicht vollständig beglichen. Weitere Ansprüche in Höhe von 452 Millionen Euro werden derzeit geprüft.

Dies geht aus der bisher unveröffentlichten Antwort des Bundesverkehrsministeriums auf eine Anfrage des Bundestagsabgeordneten Stephan Kühn (Grüne) hervor. Nachträge sind dann fällig, wenn die Leistungen in der Auftragsvergabe unvollständig beschrieben sind und damit eine ordnungsgemäße Erfüllung der Arbeiten zum vereinbarten Preis nicht möglich ist oder unverschuldet Fristen nicht eingehalten werden können.

Eine Marge von 10 bis 15 Prozent gilt in der Branche bei großen Bauvorhaben als üblich. Beim BER ist sie aber gut doppelt so hoch. "Das wurde offenbar schöngerechnet, um die Kosten auf dem Papier niedrig zu halten", so Verkehrsexperte Kühn.

Derzeit hält die Förderbank KfW gut hundert Millionen Euro als letzte Tranche einer Kreditlinie zurück. Wie Flughafenchef Hartmut Mehdorn sagte, will die staatliche Bank zunächst wissen, wie viel der Neubau letztlich kosten wird.

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mik