Pannenflughafen Rechnungshöfe nehmen BER-Finanzen unter die Lupe

Haben die Betreiber die möglichen Einnahmen des neuen Hauptstadtflughafens überschätzt? Zweifeln an der Finanzplanung gehen nun die Rechnungshöfe Berlins und Brandenburgs auf den Grund.
Flughafen Berlin Brandenburg »Willy Brandt« bei der Eröffnung im Oktober

Flughafen Berlin Brandenburg »Willy Brandt« bei der Eröffnung im Oktober

Foto: Patrick Pleul / dpa

Die Rechnungshöfe Berlins und Brandenburgs prüfen die Finanzplanung für den neuen Hauptstadtflughafen BER. An ihr waren in den vergangenen Monaten Zweifel laut geworden. Ziel sei es, möglichst breite Prüferkenntnisse zu gewinnen, teilten die Kontrollbehörden mit. Die Arbeit soll Anfang kommenden Jahres beginnen. Dabei könnten die Prüfer auch in Räumen der Flughafengesellschaft vorstellig werden.

Das Staatsunternehmen hatte die Rechnungshöfe im Sommer eingeladen, den Businessplan 2020 zu evaluieren. Medienberichte und ein Gutachten von Wissenschaftlern hatten zuvor die Vermutung nahegelegt, dass die Betreiber die möglichen Einnahmen am BER überschätzen. Auch der Landtag in Potsdam setzte sich damit auseinander.

Flughafengesellschaft hält Planung für korrekt

Die Flughafengesellschaft hat Zweifel an ihrer Finanzplanung wiederholt zurückgewiesen. Sie prognostiziert, dass der Erlös je Passagier am BER um 40 bis 50 Prozent über dem der Altflughäfen Tegel und Schönefeld liegen werde. Flughafenchef Engelbert Lütke Daldrup geht nach dem Passagierzahleinbruch in der Coronakrise davon aus, dass das Unternehmen erst ab 2025 Gewinn macht.

Der Flughafen Berlin Brandenburg »Willy Brandt« war Ende Oktober nach jahrelangen Verzögerungen und Milliardenmehrkosten ans Netz gegangen. Anders als die Rechnungshöfe Brandenburgs und des Bundes hatte die Berliner Kontrollbehörde den BER bislang nicht unter die Lupe genommen. Zur Begründung verwies der Rechnungshof der Hauptstadt in der Vergangenheit darauf, dass Doppelprüfungen vermieden werden sollten.

kig/dpa-AFX
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