Mögliche Steuertricks Staatsanwaltschaft ermittelt gegen Verantwortliche der Berenberg Bank

Neuer Ärger für die noble Privatbank Berenberg: Nach SPIEGEL-Informationen wird in Nordrhein-Westfalen gegen Verantwortliche des Geldhauses ermittelt. Der Verdacht: Beihilfe zur Steuerhinterziehung.
Eingang der Berenberg Bank

Eingang der Berenberg Bank

Foto: Aloys Kiefer

Die Staatsanwaltschaft Köln und nordrhein-westfälische Steuerfahnder ermitteln seit dieser Woche wegen Beihilfe zur Steuerhinterziehung gegen Verantwortliche der Privatbank Berenberg in Deutschland, der Schweiz und Luxemburg. (Lesen Sie hier die ganze Geschichte im neuen SPIEGEL.)

Im Visier der Strafverfolger soll auch Berenberg-Chef Hans-Walter Peters stehen, der erst am Montag zum Präsidenten des Bundesverbands deutscher Banken ernannt worden war. Staatsanwaltschaft und Steuerbehörden wollten die Ermittlungen unter Verweis auf das Steuergeheimnis weder bestätigen noch dementieren.

Die Berenberg Bank weist darauf hin, dass nach Angaben der Staatsanwaltschaft Köln bislang kein Ermittlungsverfahren gegen Peters eingeleitet worden sei. Die Ermittlungen befinden sich offenbar im Stadium von Vorermittlungen.

Berenberg erklärte auf Anfrage, man sei auf die Staatsanwaltschaft zugegangen und arbeite mit den Behörden eng zusammen. Peters hatte bislang jegliche Verfehlungen seiner Bank stets bestritten, gesetzliche Vorgaben habe Berenberg immer erfüllt.

Die Vorgänge bei Berenberg erregen inzwischen auch den Unmut der nordrhein-westfälischen Landesregierung. Zwei Mitarbeiterinnen der Compliance-Abteilung, die 2013 auf fragwürdige Offshorekonten hingewiesen hatten, waren entlassen worden.

"Wer den Kontrolleur feuert, weil die Kontrolle Erfolg hat, zeigt doch, dass er keine Kontrolle will", sagt NRW-Justizminister Thomas Kutschaty (SPD) gegenüber dem SPIEGEL. "Denn andernfalls hätte man den Vorstand gefeuert, der mit dubiosen Kunden Geschäfte macht."

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