Gesunkene Nachfrage in China Bergbaukonzern Rio Tinto muss sparen

Die gesunkene Nachfrage nach Rohstoffen in China bringt den Bergbaukonzern Rio Tinto in Bedrängnis. Das australische Unternehmen will sieben Milliarden Euro einsparen. Auch die Erkundung neuer Projekte wird zurückgefahren.

Eisenmine von Rio Tinto in Australien: China kauft weniger Rohstoffe
REUTERS

Eisenmine von Rio Tinto in Australien: China kauft weniger Rohstoffe


Sydney - Rio Tinto bekommt die Flaute in der Bergbaubranche zu spüren. Das Unternehmen kündigte ein umfassendes Sparprogramm an. Innerhalb von zwei Jahren sollen sieben Milliarden Dollar eingespart werden. Rio Tinto teilte mit, der Großteil der Einsparungen bis Ende 2014 entfalle auf Betriebskosten. Für die Erkundung und Evaluierung von Projekten solle zudem eine Milliarde Dollar weniger ausgegeben werden. Betroffen sind vor allem die Geschäftsfelder Kohle und Aluminium.

Rio Tinto gehört zu den drei größten Bergwerkskonzernen der Welt. Das Unternehmen leidet wie die gesamte Bergbaubranche unter der konjunkturellen Abkühlung in China. Das Land ist Australiens wichtigster Handelspartner und steuert dieses Jahr auf das niedrigste Wachstum seit 1999 zu. Wegen der geringeren Nachfrage nach Rohstoffen in der Volksrepublik sind unter anderem die Preise für Kupfer und Eisenerz seit längerem auf Talfahrt.

Die Bergbaukonzerne versuchen daher seit Monaten, die Kosten zu senken. Sie legten zum Teil sogar Großprojekte auf Eis, um der geringeren Nachfrage Rechnung zu tragen.

Rio-Tinto-Chef Tom Albanese erklärte, es sei bis zum kommenden Jahr und wahrscheinlich darüber hinaus wichtig, die Kosten unter Kontrolle zu bekommen. "Wir treffen weiter harte Entscheidungen, um die unhaltbaren Kostensteigerungen der vergangenen Jahre zurückzurollen und arbeiten unerbittlich an der Steigerung der Produktivität", sagte Albanese. Rio Tinto Chart zeigen ist wie kein anderes Unternehmen der Branche von Eisenerz abhängig. Der Rohstoff brachte vergangenes Jahr rund 83 des Betriebsgewinns ein. Kritiker sehen diese starke Abhängigkeit von nur einem Rohstoff, dessen Preis derzeit rund 20 Prozent unter seinem Jahreshoch liegt, als eine der größten Schwächen des Konzerns an.

Konkurrent BHP sucht neuen Chef

Auch der australische Bergbaukonzern BHP Billiton Chart zeigen bekommt die Abschwächung in China zu spüren. Zudem wurde zuletzt Kritik an der Führung laut, nachdem unter Firmenchef Marius Kloppers drei angepeilte Fusionen oder Zukäufe scheiterten. Nun teilte BHP mit, die Suche nach einem Nachfolger habe begonnen. Kloppers ist seit fünf Jahren im Amt. Wann der 50-jährige Südafrikaner abdanken soll, ist unklar.

mmq/Reuters

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insgesamt 2 Beiträge
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gucky2009 29.11.2012
1. Kupfer ... seit längerem auf Talfahrt.
Also wenn man die Rohstoffpreise an den Börsen betrachtet ist dies nicht der Fall. Ist zwar etwas vom Höchstand entfernt, aber Talfahrt schaut anders aus vor allem wenn man den Preis 2003 mit unter 2000$ statt jetzt 8000$ betrachtet.
VirgoA 29.11.2012
2.
Na denen scheint es ja richtig schlecht zu gehen, nach Jahrzehnten mit teilweise zweistelligen Milliardengewinnen. Jetzt aber drastisch sparen!! Ironie off, @Redaktion könnt ihr vielleicht auch mal berichten wie die die letzten Jahre gewirtschaftet haben, oder ist das nur von Reuters kopiert?
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