Hauptstadt-Flughafen Lufthansa-Chef Spohr will Flughafen Tegel offen halten

Der Flughafen Berlin Tegel sollte eigentlich schon vor Jahren durch den BER ersetzt werden. Geht es nach Lufthansa-Chef Carsten Spohr muss das Provisorium noch länger herhalten.

Flughafen Tegel
Paul Zinken/ DPA

Flughafen Tegel


Lufthansa-Chef Carsten Spohr hat angeregt, die Offenhaltung des Berliner Flughafens Tegel nochmals zu prüfen. Er begründete das mit dem wachsenden Flugverkehr und Zweifeln, ob die Kapazität des Hauptstadtflughafens BER in Schönefeld ausreichen wird, dessen Eröffnung für Oktober 2020 geplant ist. Der Flughafen Tegel soll nach derzeitigen Plänen spätestens ein halbes Jahr später schließen.

"Unsere Kunden und viele in der Öffentlichkeit erwarten inzwischen zu Recht von allen Beteiligten, dass wir die Frage der Offenhaltung von Tegel mit Blick auf die aktuelle Entwicklung des Luftverkehrs neu bewerten", sagte Spohr bei einer Veranstaltung in Berlin. Bislang hatte sich Spohr öffentlich dafür ausgesprochen, den Berliner Luftverkehr auf den einen Standort Schönefeld zu konzentrieren.

Spohr sprach auf der Veranstaltung zugleich von "unhaltbaren Zuständen" in Tegel: "Wir werden weiterhin keine Ruhe geben, bis diese Situation verbessert wird." Dies sei vor allem nötig, da das Wachstum im Luftverkehr weitergehen werde und heute noch nicht beurteilt werden könne, ob und wie der neue BER und die umliegende Infrastruktur dieses Wachstum überhaupt aufnehmen könne.

Vom überlasteten Berliner Flughafen Tegel sind im vergangenen Jahr so viele Menschen verreist wie nie zuvor. Der innenstadtnahe Flughafen sollte eigentlich schon 2012 schließen, muss aber länger durchhalten, weil die Eröffnung des künftigen Hauptstadtflughafens BER in Schönefeld seit 2011 auf sich warten lässt.

hej/AFP/dpa



insgesamt 11 Beiträge
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Seite 1
Reugix 16.01.2019
1.
Es gab sogar einen Volksentscheid dazu, nach dem Tegel offen bleiben soll.
thomas0815-1 16.01.2019
2. Nein Herr Spohr,
Das erwarten die Kunden nicht! Ich erwarte das die LH & Co. erst einmal Ihre Hausaufgaben macht, egal ob TXL, SXF oder BER. Es ist etwas billig, die erbärmliche Performance Ihres Unternehmens: fast keinerlei eigener Service mehr, fast alle LH MitarbeiterInnen wurden "freigestellt" , relevante Serviceschalter (Checkin, Ticketschalter, Info-Hilfeschalter, Gepäckverlustschalter etc.) wurden dichtgemacht usw.usf., "hochwertige", teuere LH Tickets werden von Ihren "Billigsttöchtern" EW, 4U oder SN "performt", dadurch verkaufte und bezahlte Leistungen (!) wie Sitzplatzreservierung, Verpflegung an Bord, Gepäckaufbewahrung, Loungezugang, Umbuchungsmöglichkeit verweigert (Beweise liegen vor). Und " Ihre Kunden" erwarten ein klares Bekenntnis von LH zur deutschen Hauptstadt. Das fehlt und das Herr Spohr, ist das Problem der LH.
Bwana Shida 16.01.2019
3.
Wie bei Donald Trump steckt hinter jeder vermeintlich allgemeingültigen oder am Interesse der Bevölkerung orientierten Aussage von Carsten Spohr lediglich knallhartes geschäftliches Kalkül. Erst Berlin als Ganzes abschreiben bzw. auf die Ebene eines reinen Zubringers runterstutzen und dann entgegen vorheriger Bekenntnisse auf der Basis fadenscheiniger Argumente nun eine dauerhafte Offenhaltung Tegel ins Spiel bringen. Langstreckenflüge möchte Herr Spohr bzw. die LH ab BER ja eh nicht (mehr) anbieten und für die Shuttles nach FRA und MUC liegt TXL natürlich besser als der BER. Konkurrenten (v.a. Easyjet), die am BER via Kooperation mit verschiedenen großen Airlines so etwas ähnliches wie Umsteigeverbindungen (und damit auch einen dringend benötigten Ausbau der Langstreckenverbindungen) anbieten möchten, wird auf den Point-to-point-Teilstrecken nach MUC und FRA damit dann gleichzeitig das Wasser abgegraben. Das ist so lächerlich durchschaubar.... Was SPON nicht schreibt, ein anderes Magazin aber näher ausführt, macht mich nun nochmal richtig sauer: Spohn kritisierte die "unhaltbare Zustände" in Tegel wie etwa veraltete Technik bei den Sicherheitskontrollen und Warteschlangen von bis zu hundert Metern und kündigte an, dass die LH "keine Ruhe geben wird, bis diese Situation verbessert wird." Meiner Erfahrung nach entstehen 100 m lange Schlangen hauptsächlich vor dem zentralisierten LH-Eincheck-Bereich, weil dort zu Spitzenzeiten gerne einmal nur noch zwei Mitarbeiter/innen (einmal Business und einmal Economy) sitzen. So eine Frechheit muss man -zumal auf einer öffentlichen Veranstaltung in Berlin- so erstmal bringen ohne dabei rot zu werden. Unglaublich.
man-o-war 16.01.2019
4. Mal abgesehen von der Motivation des Herrn Spohr ...
... was ist das für eine Verschwörung gegen den deutschen Luftverkehr? London hat (inkl. Luton) 5 Flughäfen, Paris hat 4, selbst Rom und Washington DC haben jeweils 3. Berlin hatte einmal 6 Flughäfen, die alle bereits geschlossen wurden (4) oder noch zugunsten von BER geschlossen werden sollen (1-2). Sind denn Inlineskater-Strecken und Party-Locations soviel wichtiger als Arbeitsplätze? Schwimmt der Berliner Senat in derart viel Geld, dass man es sich leisten kann, den internationalen Flugverkehr zu vergraulen?
durstiger_dorsch 16.01.2019
5. nochmal:
Wenn Tegel nicht spätestens 6 Monate nach Eröffnung des BER schließt, darf der BER nicht betrieben werden. Diskussionen darüber werden langsam langweilig.
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