Berliner Flughafendesaster Aufsichtsrat greift Mehdorn offen an

Der Ton zwischen Hartmut Mehdorn und dem Aufsichtsrat der Flughafengesellschaft wird rauer. Verkehrsstaatssekretär Rainer Bomba macht seinem Unmut inzwischen offen Luft - ein unüberhörbarer Warnschuss für den Flughafenchef, der gerade einmal ein Jahr im Amt ist.

Berliner Flughafenchef Mehdorn: Letzte Mahnung vom Verkehrsstaatssekretär
DPA

Berliner Flughafenchef Mehdorn: Letzte Mahnung vom Verkehrsstaatssekretär


Berlin - Der Bund erhöht den Druck auf den Chef des Hauptstadtflughafens, Hartmut Mehdorn. Aufsichtsrat Rainer Bomba mahnt inzwischen hörbar genervt endlich einen konkreten Eröffnungstermin für das Milliardenprojekt an. "Ich bin ungeduldig und ich bin auch etwas sauer", sagte der Verkehrsstaatssekretär am Freitag vor einer Sitzung des Projektausschusses. "Ich brauche keine Nebenkriegsschauplätze, ich brauche Fortschritt, ich brauche Termine und ich brauche Kosten", sagte Bomba. "Herr Mehdorn hat uns versprochen, dass das in den nächsten Tagen kommt." Der Projektausschuss des Aufsichtsrats trat am Freitag zusammen, um über den Fortgang des mit großen Problemen beladenen Neubaus zu beraten.

"Herr Mehdorn ist wirklich ein exzellenter Manager", fügte Bomba hinzu. "Aber er muss jetzt auch klar und deutlich machen, wo seine Erfolge liegen." Die Firma Siemens könne seit Monaten nicht mit dem Umbau der Brandschutzanlage beginnen, weil der Flughafen noch nicht alle Pläne geliefert habe. Vor allem die Unzulänglichkeiten der Brandschutzanlage hatten die Eröffnung des Flughafens verzögert.

Schützenhilfe von Wowereit

Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) stärkte Mehdorn jedoch erneut den Rücken. "Herr Mehdorn hat seine Position und die hat er vertreten. Insofern kämpft er für die Interessen des Flughafens", sagte Wowereit und bezog sich auf den Widerstand des Flughafenchefs gegen ein strikteres Nachtflugverbot. "Da hat er die volle Unterstützung des Landes Berlin und auch des Bundes. Insofern ist da ein Einklang."

Der Architekt des Hauptstadtflughafens, Hans-Joachim Paap, sieht insgesamt die "kleinteilige Auftragsvergabe" und zahlreiche Planungsänderungen als Hauptgründe für die jahrelangen Verzögerungen an dem Bau. "Die Hauptverantwortung für das Desaster liegt bei der Flughafengesellschaft", sagte Paap am Freitag vor dem Untersuchungsausschuss des Berliner Abgeordnetenhauses. Sie habe schon im April 2008 gewusst, "dass der Eröffnungstermin im Oktober 2011 nur mit unkonventionellen und risikobehafteten Maßnahmen einzuhalten war".

Paap, der für das Büro von Gerkan, Marg und Partner arbeitet, hatte den neuen Flughafen federführend entworfen. Nach der zweiten Terminabsage im Mai 2012 setzten die Betreiber die Gerkan-Architekten vor die Tür. Mehdorn holte Paap ein Jahr später jedoch zurück. Paap arbeitet heute als Berater in Mehdorns Team. Ein Eröffnungsdatum für den neuen Flughafen in Schönefeld gibt es noch immer nicht.

mik/dpa

insgesamt 27 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
kietzkatze 14.03.2014
1. War das nicht..
..der Architekt des Hauptstadtflughafens, Hans-Joachim Paap, der der Physik ein Schnäppchen schlagen will und Brandrauch nach UNTEN ableitet, weil das Gebäude so schicker aussieht? Bitte korrigieren, wenn ich falsch liege. ;-))
guenstling 14.03.2014
2. Warum Mehdorn
jetzt attackiert wird, entzieht sich meinem Verständnis. Ich dachte gerade dafür wurde er geholt, den ohnehin festgefahrenen Karren Flughafen mit den nötigen Nachdruck ierst einmal so richtig in den Dreck zu fahren. Er ist einer der unfähigsten Manager Deutschlands und ich denke, er ist dieser Bürde doch wohl auch bei seinem derzeitigen Job mehr als gerecht geworden. Wenn man damals eine echte und zukunftsträchtige und vor allen Dingen ausichtsreiche Lösung hätte haben wollen, wäre die Berufung eines jeden Stück Holzes oder jeden Melkschemels zum Vorsitzenden weniger schadhaft gewesen, als Mehdorn. Da man ihm eine Chance gegeben hat, sollten doch wohl so viele Milliarden wie möglich versenkt werden und insofern ist alles sauber in der Spur. Aber falls Mehdorn jetzt fliegt, keine Bange, in München beim FC Bayern soll gerade ein schöner Posten frei geworden sein. Wollen doch mal sehen, wie sicher das Festgeldkonto des Vereins denn wohl sein mag.
kahabe 14.03.2014
3. So, so,
Zitat von sysopDPADer Ton zwischen Hartmut Mehdorn und dem Aufsichtsrat der Flughafengesellschaft wird rauer. Verkehrs-Staatssekretär Rainer Bomba macht seinem Unmut inzwischen offen Luft - ein unüberhörbarer Warnschuss für den Flughafenchef, der gerade einmal ein Jahr im Amt ist. http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/berliner-flughafendesaster-aufsichtsrat-greift-mehdorn-offen-an-a-958686.html
Erfolge will er, der Bomba, von Mehdorn. Bei der Deutschen Bahn AG nachzufragen, also ohne Sinn (Aufsichtsrat Bomba?) Heidelberger Druck wäre eine gute Adresse...
Robert_Rostock 14.03.2014
4.
Zitat von kietzkatze..der Architekt des Hauptstadtflughafens, Hans-Joachim Paap, der der Physik ein Schnäppchen schlagen will und Brandrauch nach UNTEN ableitet, weil das Gebäude so schicker aussieht? Bitte korrigieren, wenn ich falsch liege. ;-))
Nein, das waren Mehdorn und Wowereit.
redbayer 14.03.2014
5. Die Unfähigen hoch 3
im Berliner Aufsichtsrat blasen sich auch noch auf. Besser wäre den ganzen Verein in die "Klappsmühle" zu schicken, da könnten sie unter psychologischer Aufsicht mal über sich selber nachdenken.
Alle Kommentare öffnen
Seite 1

© SPIEGEL ONLINE 2014
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.