Berliner Pannenflughafen Millionenboni für schnelle Baufirmen

Die immer wieder verschobene Eröffnung des Berliner Hauptstadtflughafens soll wenigstens bis Ende 2017 gelingen. Dafür sollen Baufirmen nun offenbar mit Millionenboni geködert werden - damit sie schneller Arbeiten.

Terminal des neuen Flughafens Berlin Brandenburg
DPA

Terminal des neuen Flughafens Berlin Brandenburg


Gerade nahm der Hauptstadtflughafen BER die wichtigsten Hürden, um endlich fertiggestellt zu werden. Dennoch wird die Zeit knapp, den Pannenairport doch noch 2017 zu eröffnen. Damit das gelingen kann, sollen Prämien in Millionenhöhe Baufirmen zu einem schnelleren Arbeiten antreiben. Die Flughafengesellschaft Berlin Brandenburg hat laut einem Bericht der "Bild am Sonntag" Baufirmen Bonuszahlungen in Aussicht gestellt, sollten die Restarbeiten auf der Baustelle bis Anfang 2017 abgeschlossen sein. Die Sonderprämien habe die Geschäftsführung bei einem Spitzentreffen der Projektpartner vor anderthalb Wochen angeboten.

"Die Flughafengesellschaft wendet ein Beschleunigungsverfahren an, das bei Großprojekten üblich ist", sagte ein Flughafensprecher. Der Vorgang sei durch die Rechtsabteilung vergaberechtlich geprüft und für unproblematisch erklärt worden. Offenbar werden die geplanten Sonderzahlungen aber kommende Woche noch in Gremien des Aufsichtsrats thematisiert.

Am neuen Hauptstadtflughafen BER wird seit 2006 gebaut. Die zunächst für Sommer 2012 geplante Eröffnung scheiterte bislang an umfangreichen Bau- und Planungsmängeln. Der ursprüngliche Finanzierungsrahmen musste mehrmals aufgestockt werden.

Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller (SPD) hatte vor der Abgeordnetenhauswahl in der Hauptstadt im September am Eröffnungstermin 2017 festgehalten. Der Vorsitzende des Verkehrsausschusses im Bundestag, Martin Burkert (SPD) sagte zuletzt aber, dass eine Eröffnung im ersten Halbjahr 2018 wahrscheinlich sei.

Zuletzt hakte es vor allem daran, dass das umstrittene Brandschutzkonzept nicht genehmigt worden war. Erst Anfang Oktober gab die zuständige Bauaufsichtsbehörde den geplanten Umbau der Brandschutzanlage frei. Weil die Anlage zuvor nicht funktioniert hatte, musste die BER-Eröffnung viermal verschoben werden.

kig/dpa/AFP



insgesamt 45 Beiträge
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suedseefrachter 20.11.2016
1.
Das ist Berlin's Wirtschaft! Und die Wirtschaft organisiert von den Berliner Beamten welche den Steuerzahlern (die das Geld wohl besser anlegen könnten) nur auf der Tasche liegen.
eckawol 20.11.2016
2. In Erwartung auf Boni
schon extra langsam gearbeitet? Welcher Baufachmann im AR kann solches Verhalten ausschliessen?
palef 20.11.2016
3. BER und Kohle?....
...scheißegal...Steuerzahler? Scheißegal...Kindergärten, Schulen, Steuerzahler? Scheißegal! Schönen Sonntag noch an die Berliner Politiker...
wannbrach 20.11.2016
4.
Die SPD und die Korruption in Berlin eine nicht endende Saga.
humble101 20.11.2016
5. Das kann doch nicht wahr sein
Haben denn die beteiligten Unternehmen nicht schon genug abgegriffen? Die sollen Ihre zugesagte Arbeit in der zugesagten Zeit machen. Ansonsten muss man klagen und ggf. rausschmeißen und nicht noch Geld und Bitten hinterherwerfen. Was für eine starke Führung wir doch in Berlin und im Bund haben. Deutschland benötigt dringend eine Überwachungsbehörde, die öffentliche Vorhaben zentral prüft und überwacht. Politiker sind einfach zu leicht auszubremsen, warum auch immer. Diese Probleme könnte man beseitigen, wenn zumindest eine Mindestausbildung bei einem Politiker verlangt wird, was selbst für einen Müllmann selbstverständlich ist, dann könnten auch endlich ungebildete wie Claudia Roth nicht länger Unheil anrichten.
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