Wettmagnatin Denise Coates Gehaltserhöhung auf 550 Millionen Euro

Mit Wetten kann man doch reich werden – zumindest, wenn man sie anbietet: Das Wettportal Bet365 zahlt der umstrittenen Firmengründerin Denise Coates »Großbritanniens höchstes Gehalt aller Zeiten«.
Bet365-Chefin Denise Coates 2012 im Buckingham Palace

Bet365-Chefin Denise Coates 2012 im Buckingham Palace

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POOL New / REUTERS

Vor zwanzig Jahren hat die Britin Denise Coates eine Internetadresse gekauft: www.bet365.com. Es war eine ausgesprochen lohnende Investition. Seither hat Coates als Gründerin und Vorstandschefin den gleichnamigen Wettanbieter Bet365 zu einer der größten Firmen in dem Segment gemacht – und sich selbst ziemlich wohlhabend.

Coates gilt inzwischen als eine der reichsten Frauen Großbritanniens, mit einem Vermögen, das zuletzt auf zwölf Milliarden Pfund (umgerechnet etwa 14 Milliarden Euro) geschätzt wurde, Tendenz: stark steigend. Laut einem Bericht der Nachrichtenagentur Bloomberg  hat die Firma Coates' Salär im abgelaufenen Jahr drastisch erhöht, um etwa 50 Prozent auf knapp 470 Millionen Pfund, umgerechnet sind das 550 Millionen Euro. Der Löwenanteil entfiel auf ihr Gehalt als Vorstandsvorsitzende, 48 Millionen Pfund wurden als Dividende an Coates ausgeschüttet, weil sie auch die Mehrheit der Unternehmensanteile hält. Insgesamt habe die Managerin seit 2010 mehr als eine Milliarde Euro an Gehalt bekommen, hat Bloomberg ausgerechnet.

Gehaltsentwicklung super, Geschäftsentwicklung mau

Laut der Zeitung »The Telegraph«  hat Coates 2020 sogar »Großbritanniens höchstes Gehalt aller Zeiten« eingestrichen. Dabei liefen die Geschäfte bei Bet365 in der Pandemie nicht besonders gut: Die Umsätze sind durch die Pandemie – und wegfallende Sportveranstaltungen – um acht Prozent gesunken. Der Gewinn wiederum hat sich auf 194 Millionen Pfund halbiert. Das lag zumindest teilweise auch an Coates' Gehaltssteigerung, wie Bloomberg berichtet. Im Vorjahr hatte die Wettmagnatin »nur« 276 Millionen Pfund eingestrichen.

Coates ist die einzige Frau in Großbritanniens Milliardärsriege. Ihr und ihrer Familie gehört auch der frühere Premier-League-Klub Stoke City. Ihr horrendes Salär wurde in der Vergangenheit bereits mehrfach kritisiert. 2017 monierte die Suchtbekämpfungsinitiative Addaction das drastische Missverhältnis zwischen Coates' Verdienst und den Ausgaben für Suchtprävention: Es könne »nicht richtig sein, wenn der Vorstand einer Wettfirma 22 Mal mehr Geld verdient, als der gesamte Sektor für die Therapien spendet«.

Anmerkung der Redaktion: In einer früheren Version des Textes wurde Stoke City als Mitglied der Premier League bezeichnet. Der Verein spielt seit seinem Abstieg allerdings seit einigen Jahren in der zweiten englischen Liga.

beb
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