Betrugsverdacht Irische Banken sollen Finanzlage beschönigt haben

Der Bankensektor in Irland gilt als marode - jetzt kommt noch der Vorwurf des Betrugs hinzu: Die Geldhäuser sollen falsche Infos zu ihrer Finanzlage verbreitet haben. Nun schalten sich die Behörden ein.

Demonstranten vor Regierungsgebäuden in Dublin: Haben Banken Verluste kaschiert?
REUTERS

Demonstranten vor Regierungsgebäuden in Dublin: Haben Banken Verluste kaschiert?


Dublin - Banken waren es, die Irland unter den Rettungsschirm zwangen. Nun sind sie es auch, die Irlands internationalen Ruf massiv beschädigen könnten. Denn die Behörden des Landes gehen dem Verdacht nach, dass die Geldhäuser betrogen haben. Die Finanzinstitute sollen irreführende Informationen verbreitet haben, um das wahre Ausmaß ihrer Verluste zu kaschieren, erklärte die Regierungspartei Fianna Fail am Mittwoch.

Polizei und die Finanzaufsicht seien in Kontakt mit der Behörde für Vermögensverwaltung, hieß es weiter. Namen von Instituten wurden jedoch nicht genannt.

Irland hatte jüngst Milliardenhilfen bei der Europäischen Union und dem Internationalen Währungsfonds beantragt, um seinen maroden Bankensektor zu sanieren. Deutschland, als eines der EU-Länder, hat die Beihilfen nun bewilligt. Der Haushaltsausschuss des Bundestages stimmte am Mittwochabend nach dpa-Informationen mit Ausnahme der Linken geschlossen für das 85 Milliarden Euro starke Hilfspaket. Das Bundestagsplenum muss formell nicht mehr über die Irlandhilfe abstimmen; der Haushaltsausschuss ist hier das entscheidende Gremium.

Im Bundestag bahnt sich dennoch ein fraktionsübergreifender Beschluss an, bei dem sich neben den Koalitionsparteien auch die SPD und die Grünen hinter das Hilfspaket stellen könnten. Der haushaltspolitische Sprecher der SPD-Fraktion, Carsten Schneider, erklärte sich offen für eine gemeinsame Entscheidung. Als Bedingung nannte er eine effektive Gläubigerbeteiligung. Auf EU-Ebene sei hier noch nichts Substanzielles geschehen.

Zentralbank befasst sich mit Euro-Krise

Die Europäische Zentralbank (EZB) befasst sich an diesem Donnerstag mit der Frage, wie man verhindern kann, dass die Irlandkrise auf Länder wie Portugal oder Spanien übergreift. Dabei geht es auch um die Frage, ob der umstrittene Ankauf von Staatsanleihen ausgeweitet werden sollte, um einen Flächenbrand zu verhindern.

Noch vor vier Wochen hatte EZB-Präsident Jean-Claude Trichet angedeutet, im Dezember Schritte zum Ausstieg aus der expansiven Geldpolitik gegen die Finanzkrise zu verkünden. Doch seitdem ist Irland unter den Euro-Rettungsschirm geschlüpft und das Vertrauen der Märkte in schuldengeplagte Länder wie Portugal oder Spanien ist weiter geschrumpft.

yes/Reuters/dpa



insgesamt 2 Beiträge
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Seite 1
virtualtom 02.12.2010
1. .
"Betrugsverdacht: Irische Banken sollen Finanzlage beschönigt haben" So etwas kann natürlich in Deutschland nicht vorkommen. Unsere Bankster sind alle ehrlich.
genugistgenug 02.12.2010
2. .
Zitat von virtualtom"Betrugsverdacht: Irische Banken sollen Finanzlage beschönigt haben" So etwas kann natürlich in Deutschland nicht vorkommen. Unsere Bankster sind alle ehrlich.
stimmt, und wenn man lange genug in eine Richtung fährt, fällt man von der Erdscheibe :-) ? Es soll inzwischen in Irland für die Witwen und Waisen der Bankster gesammelt werden - haben die schon früher gemacht als noch Bürgerkrieg herrschte.
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