Betrugsverdacht Staatsanwaltschaft ermittelt gegen Telekom

Die Telekom kommt nicht aus den Negativschlagzeilen: Jetzt ermittelt die Bonner Staatsanwaltschaft gegen den Telefonriesen. Der Konzern soll Konkurrenten mit überzogenen Forderungen betrogen haben.

Telekom-Zentrale in Bonn: Millionenschaden durch falsche Abrechnungen?
ddp

Telekom-Zentrale in Bonn: Millionenschaden durch falsche Abrechnungen?


Bonn - Die Staatsanwaltschaft Bonn ermittelt gegen die Deutsche Telekom Chart zeigen wegen des Verdachts auf gewerbsmäßigen Betrug. Oberstaatsanwalt Friedrich Apostel bestätigte laut einem Bericht des "Handelsblatts" eine "Detailprüfung".

Hintergrund ist demnach eine Strafanzeige von den Gründern des Telekom-Konkurrenten Telegate Chart zeigen, Klaus Harisch und Peter Wünsch. Sie werfen dem Bonner Konzern vor, der Telegate durch falsche Kostenabrechungen einen Millionenschaden verursacht zu haben. Parallel läuft dem Bericht zufolge eine Schadensersatzklage über rund 900 Millionen Euro.

Das beschuldigte Unternehmen bestreitet die Vorwürfe. "Die Telekom hält die erhobenen strafrechtlichen Vorwürfe in vollem Umfang für unbegründet und wird in Kürze gegenüber den Strafverfolgungsbehörden ausführlich Stellung nehmen", sagte ein Sprecher.

In dem seit Jahren laufenden Rechtsstreit geht es vor allem um die tatsächlichen Kosten für die Telefonauskunft. Der Vorwurf von Telegate und anderen Telekom-Konkurrenten: Der Bonner Konzern habe sie mit überzogenen Forderungen für die Datei mit allen Namen und Nummern der Deutschen betrogen. In den vergangenen Wochen hatte die Telekom unter anderem wegen Stellenstreichungen und dem Verkauf seiner US-Tochter an AT&T für Schlagzeilen gesorgt.

kpa/afp

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niepmann 07.10.2011
1. System-bedingt
Zitat von sysopDie Telekom kommt nicht aus den Negativschlagzeilen: Jetzt ermittelt die Bonner Staatsanwaltschaft gegen den Telefonriesen. Der Konzern soll Konkurrenten mit überzogenen Forderungen*betrogen*haben. http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,790476,00.html
Man hat sich an die kleinen und grossen Betrügereien im Wirtschaftssystem gewöhnt und begegnet den Teilnehmern mit dem nötigen Misstrauen. Man kann aus der Situation deutliche Anzeichen für einen dekandenten Zerfall des Systems herauslesen. Dazu schreibt F.Schätzing: Dekadenz bedeutet das Ende der Herrschaft. Es besteht Hoffnung.
pudel_ohne_mütze 07.10.2011
2. Das fehlt doch noch was in der Telekom-Stellungnahme:
Zitat von sysopDie Telekom kommt nicht aus den Negativschlagzeilen: Jetzt ermittelt die Bonner Staatsanwaltschaft gegen den Telefonriesen. Der Konzern soll Konkurrenten mit überzogenen Forderungen*betrogen*haben. http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,790476,00.html
"Das Unternehmen wird bei der Aufklärung des Sachverhaltes eng mit den Behörden zusammenarbeiten............." Hat der PR-Heini da geschlafen ?
Wasnun 07.10.2011
3. Bitte sorgfältiger recherchieren
Betrügen können nur natürliche Personen, nicht Unternehmen, da man Firmen nicht einsperren kann.. Schadensersatzansprüche in diesem Fall sind eine Zivielrechtsfrage zwischen Unternehmen. Auch Staatsanwälte wagen sich oft mit Pressemitteilungen weit vor. Eine Ermittlung der Staatsanwaltschaft, ob auf eine Anzeige ein strafbewehrter Sachverhalt vorliegt, sagt überhaupt noch nichts aus. Vielleicht, daß ein Blatt Papier hin- und hergewendet wurde.
sunrise1873 07.10.2011
4. Gewerbsmäßiger Betrug
Zitat von WasnunBetrügen können nur natürliche Personen, nicht Unternehmen, da man Firmen nicht einsperren kann.. Schadensersatzansprüche in diesem Fall sind eine Zivielrechtsfrage zwischen Unternehmen. Auch Staatsanwälte wagen sich oft mit Pressemitteilungen weit vor. Eine Ermittlung der Staatsanwaltschaft, ob auf eine Anzeige ein strafbewehrter Sachverhalt vorliegt, sagt überhaupt noch nichts aus. Vielleicht, daß ein Blatt Papier hin- und hergewendet wurde.
Das ist natürlich falsch ! Im Falle eines gewerbsmäßigen, bandenmäßigen Betruges richtet sich der strafrechtliche Tatvorwurf natürlich gegen die ausführenden Organe als natürliche Personen (z.B. gegen den Geschäftsführer der XY GmbH), was aber nicht bedeutet, daß bei betrügenden Unternehmen kein strafrechtlich relevanter Tatvorwurf gemacht werden könne - dann könnte man sich das gesamte Wirtschaftsstrafrecht sparen - gerade im Bereich der Vermögensdelikte oder der organisierten Kriminalität wird ja meist im Rahmen von Firmen oder Organisationen gehandelt. Der strafrechtliche Tatvorwurf richtet sich gegen die ausführenden Personen, was tatsächlich innerhalb einer Hierarchiekette nicht immer einfach zu ermitteln ist (wir kennen das aus den Fällen, in denen es heißt "was wußte Manager XY davon...") Bei der Begehung von Straftaten wird z.B. auch die Haftungsbeschränkung einer Kapitalgesellschaft durchbrochen (sog. Durchgriffshaftung). Ermittelt wird - sofern keine konkrete Person bekannt ist - gegen die Verantwortlichen der XY GmbH oder AG usw... - daß Personen zur Tatbegehung unter den Deckmantel einer wie auch immer organisierten Gesellschaftsform schlüpfen, spielt strafrechtlich überhaupt keine Rolle. Es stimmt nicht, daß man sich als Betrüger nur als Kapitalgesellschaft organisieren muß - und dann gäbe es nur noch das Zivilrecht - das ist falsch. Zivilrechtliche Ansprüche können sich aber durchaus aus dem Betrug ableiten (Einheitlichkeit der Rechtsordnung) und eine eigene Anspruchsgrundlage bieten (der Betrug wäre dann eine unerlaubte Handlung (gem. §§823-853 BGB)- wobei es zunächst Primäransprüche aus dem jeweiligen Vertrag (Rückabwicklungsansprüche) zu prüfen gilt - ansonsten zivilrechtlich natürlich die Standards, arglistige Täuschung, ungerechtfertigte Bereicherung usw.
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