Betrugsvorwürfe Milliardenklage gegen Porsche weitet sich aus

Achtzehn weitere Fonds klagen wegen vermeintlicher Marktmanipulation gegen Porsche. Die Forderungen belaufen sich nunmehr auf über zwei Milliarden Dollar - der Autobauer weist die Betrugsvorwürfe zurück.

Sportwagenbauer Porsche: "Wir halten die Klage für unbegründet"
ddp

Sportwagenbauer Porsche: "Wir halten die Klage für unbegründet"


Frankfurt - Die US-Klage gegen die VW-Beteiligung Porsche Chart zeigen und ihr früheres Management nimmt immer größere Ausmaße an. Achtzehn Investmentfonds seien dem Verfahren vor dem Bundesgericht in Manhattan, New York, als weitere Kläger beigetreten, teilten die Kläger am Donnerstagabend mit. Der geltend gemachte Schaden steige damit auf mehr als zwei Milliarden Dollar. Ursprünglich beliefen sich die Schadensersatzforderungen der amerikanischen Großinvestoren auf etwas über eine Milliarde Dollar.

Die Fonds werfen dem Sportwagenbauer, seinem früheren Chef Wendelin Wiedeking und dem ehemaligen Finanzchef Holger Härter Betrug und Manipulation vor. Sie sollen gegen das Kapitalmarktrecht verstoßen haben. Ein Porsche-Sprecher bestätigte, dass dem Unternehmen die erweiterte Klage vorliegt. "Wir prüfen die darin erhobenen Vorwürfe", sagte der Sprecher. "Wir halten die Klage für unbegründet und werden uns verteidigen."

Nach Ansicht der Kläger soll Porsche bei seinem gescheiterten Versuch, den VW-Konzern zu übernehmen, nicht korrekt informiert haben. Insbesondere Leerverkäufern von VW-Aktien habe Porsche stark geschadet. Im Zuge des gescheiterten Übernahmeversuchs, der nun zur Eingliederung des bis dato unabhängigen Sportwagenbauers in VW führt, war der VW-Aktienkurs kurzzeitig bis auf 1000 Euro nach oben geschossen. Wer vorher VW-Aktien verkauft hatte, ohne sie zu besitzen, musste sich danach kostspielig eindecken und verlor viel Geld.

Im Februar hatte der neue Porsche-Chef Michael Macht die US-Klage gelassen kommentiert: "Es wird wohl nicht möglich sein, uns vor ein US-Gericht zu ziehen", so Macht. Porsche habe in den USA keine Produktionsstätte.

can/Reuters



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Transmitter, 30.04.2010
1. abgeschmackt
Zitat von sysopAchtzehn weitere Fonds klagen wegen vermeintlicher Marktmanipulation gegen Porsche. Die Forderungen belaufen sich nunmehr auf über zwei Milliarden Dollar - der Autobauer weist die Betrugsvorwürfe zurück. http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,692159,00.html
Och je, jetzt, wo die Abzockerei nicht geklappt hat, auf Schadenersatz klagen? Hier vergiessen betrogene Betrüger richtig heisse Krokodilstränen! Leerverkäufe sind glatt Spekulation, und wer spekuliert, hat eben Pech gehabt wenn es in die Hose geht. Hoffentlich findet die Obama-Administration einen Weg, diesen verdammten Spekulanten die Zähne zu ziehen. Gleichgültig, ob sie mit Leerverkäufen, CDOs, Derivaten spekulieren: Diese Geldvernichter gehören in den Knast und nicht in TV-Talkshows!
rabenkrähe 30.04.2010
2. Markt-Manipulation
Zitat von TransmitterOch je, jetzt, wo die Abzockerei nicht geklappt hat, auf Schadenersatz klagen? Hier vergiessen betrogene Betrüger richtig heisse Krokodilstränen! Leerverkäufe sind glatt Spekulation, und wer spekuliert, hat eben Pech gehabt wenn es in die Hose geht. Hoffentlich findet die Obama-Administration einen Weg, diesen verdammten Spekulanten die Zähne zu ziehen. Gleichgültig, ob sie mit Leerverkäufen, CDOs, Derivaten spekulieren: Diese Geldvernichter gehören in den Knast und nicht in TV-Talkshows!
...... Ich lach mich schlapp, ausgerechnet die bankenhörige US-Administration sollte Regularien gegen den Markt durchsetzen? Mit denen ist ja nichtmal die überfällige und sinnvolle Kapitalmarktsteuer durchsetzbar. Im übrigen sind Leerverkäufe das eine, sie können, im Rahmen, sogar sinnvoll sein. Was die Porsche-Verantwortlichen machten ist etwas völlig anderes, weil sie mit ihrem segensreichen Wirken den Gesamtmarkt manipulierten. Mit den abstrusen Aufschlägen auf das Dax-Schwergewicht Dax wurden alle auf den Dax basierenden Papiere beeinflußt! Anleger, die auf den Dax setzten erhielten also keinen reellen Gegenwert, sondern das, was die Porsche-Macher wollten. Leider wird sicherlich auch diese Klage im Sande verlaufen, aber wenn es ein exemplarisches Manipulations-Beispiel im Rahmen der Finanzkrise gibt, dann ist es Porsche! rabenkrähe
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