Börsenstart von Fleischersatz-Firma Aktienkurs von Beyond Meat verdreifacht sich

Beyond Meat setzt statt Steak auf Erbsen, Bohnen und Soja - sowie Rote Bete für den "blutigen" Effekt. Investoren reißen sich um die Aktie der Fleischersatz-Firma und treiben deren Wert binnen zwei Tagen von 1,5 auf 4 Milliarden Dollar.
Beyond-Meat-Chef Ethan Brown vor dem Börsenstart

Beyond-Meat-Chef Ethan Brown vor dem Börsenstart

Foto: Drew Angerer/ AFP

Kurz vor dem Börsenstart von Beyond Meat hat die BBC noch gefragt, ob dieser US-Fleischersatz-Hersteller die geplante Börsenbewertung von 1,5 Milliarden Dollar denn auch wirklich wert sei.

Zwei Tage später haben die Investoren die Frage auf ihre Art beantwortet: Sie finden, das Unternehmen ist ihn Wahrheit noch sehr viel mehr wert. Die Firma hat nämlich einen rasanten Start an der Wall Street hingelegt. Die Aktie stieg seit ihrem Start am Donnerstag in den USA bis Freitagmittag (Ortszeit) nahezu um das Dreifache: vom ursprünglichen Ausgabepreis von 25 Dollar (22,35 Euro) auf 71,09 Dollar (63,50 Euro). Der Wert des von zahlreichen Prominenten unterstützten Unternehmens stieg damit von zunächst veranschlagten 1,5 Milliarden Dollar auf rund vier Milliarden Dollar.

Beyond Meat stellt Fleischersatz für Burger und Tacos auf pflanzlicher Basis her und profitiert stark vom Trend in den USA zu Fleisch-Alternativen.

Bereits zu ihrem Handelsbeginn am Donnerstag an der elektronischen Börse Nasdaq wurde die Aktie aber für 46 Dollar verkauft. Bis zum Handelsschluss am Donnerstag schoss sie auf 65,75 Dollar hoch. Am Freitag legte sie in den ersten Stunden nochmals um mehr als acht Prozent zu.

Das eingesammelte Geld will das vor zehn Jahren gegründete Unternehmen aus Kalifornien unter anderem für Investitionen in den Herstellungsprozess sowie für seinen Bereich Forschung und Entwicklung nutzen.

Beyond Meat argumentiert, dass weniger Fleisch letztlich dabei helfen werde, Bedenken rund um "menschliche Gesundheit, Klimawandel, Ressourcenerhalt und Tierwohl" zu begegnen. Das Unternehmen strebt wie viele andere Produzenten danach, die Fleisch-Alternativen hinsichtlich Geschmack, Aussehen, Geruch und Konsistenz nahe an das Original zu bringen. Eingesetzt werden etwa Erbsen, Bohnen und Soja, Rote Bete bringt den "blutigen" Effekt.

Beyond Meat wächst derzeit stark und vergrößert seinen Umsatz stetig, ist aber nicht profitabel. Im vergangenen Jahr machte das Unternehmen einen Verlust von 30 Millionen Dollar. Es wies in seinen bei der US-Börsenaufsicht eingereichten Papieren auch darauf hin, dass Profite noch auf sich warten lassen könnten. Gleichwohl hat Beyond Meat hochprominente Unterstützung - etwa von Microsoft-Gründer Bill Gates, Hollywoodstar Leonardo DiCaprio und den Twitter-Gründern Biz Stone und Evan Williams.

beb/afp
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