Klage gegen Commerzbank BGH kippt überhöhte Gebühren für nachträgliche Kontoauszüge

Sind 15 Euro Gebühr für einen nachträglich angeforderten Kontoauszug gerechtfertigt? Nein, entschied jetzt der Bundesgerichtshof. Die Commerzbank darf nach dem Richterspruch vorübergehend gar keinen Betrag mehr erheben.

Kontoauszüge: Banken müssen sich an tatsächlichen Kosten orientieren
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Kontoauszüge: Banken müssen sich an tatsächlichen Kosten orientieren


Karlsruhe - Der Bundesgerichtshof (BGH) hat die Rechte von Bankkunden gestärkt. Die Verbraucherzentrale hatte in Karlsruhe gegen die Commerzbank geklagt, da sie für nachträgliche Kontoauszüge von ihren Kunden pauschal 15 Euro verlangte. Zu Unrecht, wie jetzt die Richter in letzter Instanz feststellten. Banken müssten sich bei der Gebühr an den tatsächlichen Kosten orientieren. Im Fall der hier beklagten Commerzbank hätten die Kosten meist deutlich darunter gelegen.

Bei 80 Prozent der Kundenanfragen gehe es um Buchungen, die weniger als sechs Monate zurückliegen, teilte die Bank mit. Die Selbstkosten dafür bezifferte sie mit 10,24 Euro. Bei älteren Auszügen seien sie jedoch um ein Vielfaches höher. Die Verbraucherschützer kritisierten die Kostenberechnung des Instituts, die von den BGH-Richtern allerdings gar nicht nachgeprüft wurden. Schon nach den Angaben der Bank müsse die große Mehrzahl der Kunden eine deutlich überhöhte Gebühr bezahlen, urteilten sie.

Das sei nach EU-Recht unzulässig. Gegebenenfalls müsse die Bank zwei verschiedene Gebühren einführen, je nachdem, ob die betroffenen Buchungen weniger oder länger als sechs Monate zurückliegen. Nach der Entscheidung aus Karlsruhe darf die Commerzbank vorübergehend gar keine Gebühr erheben, bis sie ihre Geschäftsbedingungen entsprechend nachgebessert hat.

vks/dpa/AFP



insgesamt 14 Beiträge
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Seite 1
jamesbrand 17.12.2013
1. ?
2 Sunden arbeiten für einen Kontoauszug und niemanden stört das, weiter so.
pauschaltourist 17.12.2013
2. Pdf
Sollte es im ausklingenden Jahre 2013 tatsächlich noch Bankkunden geben, die sich Kontoauszüge am Automaten ziehen bzw. Kontoauszüge schriftlich nachfordern?
spon-1280943165745 17.12.2013
3. Kontoauszüge
Zitat von jamesbrand2 Sunden arbeiten für einen Kontoauszug und niemanden stört das, weiter so.
Das mit den zwei Stunden glauben Sie doch nicht wirklich. Sie können davon ausgehen das bei Kontoauszügen für Buchungen der letzten 6 Monate diese noch den aktuellen Konten zugeordnet sind, d.h. ein oder zwei Klicks und ein Gang zum Drucker und alles ist erledigt. Bei älteren Buchungen ist das vielleicht etwas schwieriger, aber auch hier gehört die alte Belegablage der Vergangenheit an. Es dürfte alles elektronisch in einem logischen System gespeichert sein und damit dürfte der Aufwand für den Zugriff auf diesen Kontoauszug überschaubar sein. Hier wird nur versucht auf irgendeine Weise Geld zu verdienen bzw. Service abzuwürgen. Übrigens bei Creditkartenunternehmen kosten Buchungsnachfragen, die erheblich aufwendiger sind, da man ja irgendwo in der Welt einen Beleg anfordern muß nichts wenn der Fehler bei dem Creditkartenunternehmen liegt und ca. EUR 2,50 wenn der Fehler beim Kunden liegt.
philemajo 17.12.2013
4. Woher diese Kostenkalkulation??
Wie kommen die bitte auf Selbstkosten von 10,24€? Wird die Aufstellung vom Kaligraphen gemalt? Mir ist ohnehin unverständlich, wie man überhaupt auf Mehrkosten kommen will, wenn die letzten drei Monate doch auch kostenfrei abrufbar sind. Meines Erachtens dürften hier in Wahrheit allenfalls 0,24€ anfallen.
Demokrator2007 17.12.2013
5. Bankstermethoden
Zitat von sysopDPASind 15 Euro Gebühr für einen nachträglich angeforderten Kontoauszug gerechtfertigt? Nein, entschied jetzt der Bundesgerichtshof. Die Commerzbank darf nach dem Richterspruch vorübergehend gar keinen Betrag mehr erheben. http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/bgh-kippt-ueberhoehte-gebuehren-fuer-nachtraegliche-kontoauszuege-a-939635.html
Wurde auch Zeit das denen mal jemand auf ihre "halbkriminellen Pfoten" haut. Jetzt müßte man diese Bankster noch dazu zwingen das sie akzeptable Öffnungszeiten anbieten und ihre Bankautomaten nicht auch noch von 22-6 Uhr morgens abschließen, damit in den Räumen kein Obdachloser übernachtet, was durch funktionierende Technik und entsprechendes Sicherheitspersonal zudem vermeidbar wäre. Während der normalen Geschäftszeiten ist in der Berliner Filiale von der ich abhängig bin, immer mind. irgendein Gerät defekt und am Zahltag zum Monatsende sowieso grundsätzlich, vom Schalterraum mit "menschlicher" Betreuung mal ganz abgesehen. Ciao DerDemokrator P.S. Dann werde ich jetzt mal die verloren gegangenen Kontoauszüge nachfordern und mir ein "besseres" Geldhaus suchen.
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