Teekanne-Verpackung Gericht verbietet Himbeertee ohne Himbeeren

Teekanne wirbt auf einer Verpackung mit Himbeeren und Vanille, beides ist im Tee nicht enthalten. Diese Irreführung der Verbraucher hat der Bundesgerichtshof nun verboten.

Teetasse: Tee-Verpackungen dürfen Verbraucher nicht in die Irre führen
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Teetasse: Tee-Verpackungen dürfen Verbraucher nicht in die Irre führen


In einem auffällig mit Himbeeren bebilderten Tee müssen auch Himbeeren drin sein. Das hat der Bundesgerichtshof (BGH) am Mittwoch entschieden. Es reiche nicht aus, wenn die Zutaten zwar genau aufgeführt seien, die Aufmachung der Verpackung aber etwas ganz anderes suggeriere, hieß es.

In dem Rechtsstreit ging es um den Früchtetee "Felix Himbeer-Vanille Abenteuer", den die Firma Teekanne schon seit 2012 nicht mehr verkauft. Auf der knallroten Verpackung waren neben einem Hasen auch Himbeeren sowie eine Vanilleblüte abgebildet - und der Hinweis, dass in dem Tee "nur natürliche Zutaten" sind. Im Tee selbst befanden sich allerdings nicht mal Spuren von echten Himbeeren und Vanille.

Geklagt hatte der Verbraucherzentrale Bundesverband, weil er die Packung des Früchtetees als Werbelüge wertete. Schon im Juni bekam er beim Europäischen Gerichtshof (EuGH) grundsätzlich Recht: Hersteller dürfen demnach auf der Verpackung nicht mit Bildern von Zutaten werben, die gar nicht im Produkt enthalten sind.

Der BGH hob mit seiner Entscheidung ein Urteil des Oberlandesgericht Düsseldorf auf und stellte das landgerichtliche Urteil wieder her, das den Verbraucherschützern in erster Instanz Recht gegeben hatte.

Rechtssache I ZR 45/13

STMN/dpa



insgesamt 54 Beiträge
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Seite 1
hoppelmoppel79 02.12.2015
1. Werbelüge?
Ich würde sowas schlicht als Betrug bezeichnen.
seikor 02.12.2015
2. Ach...
... wenn's nur der Himbeertee gewesen wäre... Ich habe das Gefühl, man wird bei fast jeder Produktverpackung gelinkt, was das Zeug hält. Scheint dieser Tage nicht nur im Automobilbau Usus zu sein.
windpillow 02.12.2015
3. Erstmal abwarten und Tee trinken
Dieser sog. Himbeertee/Tee-Verpackung, ist nur die Spitze des in Deutschland weit verbreiteten Eisberges "Verbraucher-Irreführung" bei Lebensmittel Inhaltsangaben.
Dr.W.Drews 02.12.2015
4. Man sollte sogar noch viel weiter gehen!
Viele Verpackungen von Billigst-"Lebensmitteln" zeigen idyllische Bauernhöfe und ähnlich realitätsferne Bilder. Wenn es nach mir ginge dürtften Lebensmittelverpackungen nur reale Bilder der Fabrik zeigen. Die Milchtüte würde dann die industrielle Großmolkerei oder einen echten Massentierhaltungs-Zulieferbetrieb von innnen zeigen. Und keine heile Heidi-Alm-Öhi-Alpenwelt. Ein Bild transportiert sehr viel schneller eine Information und damit wäre eine Rückmeldung an den Konsumenten über die Folgen seiner Kosumentscheidung sehr viel effektiver.
kuac 02.12.2015
5.
Verbot schreckt nicht ab. Eine saftige Strafe wäre nötig.
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