Biblis A Uralt-Reaktor bleibt länger am Netz

Der Meiler muss eigentlich bald abgeschaltet werden, doch RWE hat einen Weg gefunden, ihn am Netz zu halten: Der Energieriese kauft kurzerhand Stromkontingente eines stillgelegten Reaktors in Stade - und verlängert die Lebenszeit von Biblis A um bis zu zwei Jahre.

Atomkraftwerk Biblis: Stromkontingente aus Stade halten Reaktor am Netz
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Atomkraftwerk Biblis: Stromkontingente aus Stade halten Reaktor am Netz


Wiesbaden/Biblis - Deutschlands ältester noch laufender Atommeiler bleibt länger am Netz. Der Betreiber RWE hat von seinem Konkurrenten E.on Chart zeigen Stromkontingente erworben, die von dem bereits stillgelegten Atomkraftwerk in Stade stammen und nun übertragen werden sollen. Damit könne Biblis A in Südhessen bei voller Leistung ein halbes Jahr länger laufen, sagte eine Sprecherin von RWE Chart zeigen am Montag.

Faktisch können die erworbenen Stromkontingente viel länger reichen - wenn RWE den Reaktor in den sogenannten Streckbetrieb herunterfährt, sprich: die Stromproduktion deutlich verringert. Ähnliches macht unter anderem EnBW in seinem Alt-Meiler Neckarwestheim I.

Schon jetzt arbeitet Biblis A nur mit etwa halber Kraft. Bleibt es dabei, könnte das Atomkraftwerk mit den Stromkontingenten aus Stade insgesamt noch rund zwei Jahre weiterlaufen.

Die beiden Unternehmen hatten am Sonntagabend mitgeteilt, dass sie keine Details zu den Verkaufskonditionen bekanntgeben wollten. RWE Power kaufte insgesamt 4,8 Terawattstunden von E.on. Sie kommen zu den knapp vier Terawattstunden hinzu, die bisher als erlaubte Reststrommenge für Biblis A zur Verfügung standen.

Das Atomkraftwerk in Stade (Niedersachsen) hatte bis zum Jahr 2003 Strom produziert. Mit dem Kauf des Stromkontingents wolle man vermeiden, dass Biblis A vom Netz gehen müsse, bevor politische Entscheidungen über längere Laufzeiten für die deutschen Atomkraftwerke gefallen seien, sagte die Sprecherin der RWE Power AG.

ssu/dpa



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Seite 1
schlob 10.10.2009
1.
5. Der russ. Regierungschef Wladimir Putin hat grünes Licht für den Bau eines KKW in der Exklave Kalinin-grad (früher Königsberg) zwischen Polen und Litauen gegeben. Die staatliche Atomholding Rosatom wolle für das Projekt (Baukosten 5 Mrd. €) einen westlichen Investor gewinnen. Dabei wird auch die Lieferung von russ. Atom-strom nach Deutschland geprüft über ein Kabel mit einer Transportleistung von 600 bis 1000 MW. Das Kabel soll entlang der "Gerhard Schröder-Erdgaspipeline" verlegt werden.(dpa 28.0.09, Welt, Heilbr.Stimme 30.9.09).
sitiwati 10.10.2009
2. langsam sollte
es sicg doch auch beim SPIEGEL durchgesprochen haben, dass es keine ATOMEnergie gibt, bei dem geschlossenen Teil habt ihrs doch begriffen !
Hartmut Dresia, 10.10.2009
3.
Zitat von sysopMit der anstehenden Regierungsbildung aus den Unionsparteien und der FDP wird auch die Energiepolitik neu bewertet. Sollen angesichts der Energieprobleme die Laufzeiten der Kernkraftwerke verlängert werden?
Angesichts des Wahlergebnisses hätte die Koalition für eine Laufzeitverlängerung eine demokratische Mehrheit, denn 95 Prozent der Deutschen würden die gleiche Partei wählen (http://www.plantor.de/2009/95-prozent-der-deutschen-wuerden-die-gleiche-partei-waehlen/). Allerdings kann Kernenergie nicht isoliert betrachtet werden. Die Koalition muss zusammenhängend, inklusive Kohle, neue Energien und Import fossiler Energieträger, eine schlüssige Energiepolitik entwickeln.
rkinfo 10.10.2009
4.
Zitat von schlob5. Der russ. Regierungschef Wladimir Putin hat grünes Licht für den Bau eines KKW in der Exklave Kalinin-grad (früher Königsberg) zwischen Polen und Litauen gegeben. Die staatliche Atomholding Rosatom wolle für das Projekt (Baukosten 5 Mrd. €) einen westlichen Investor gewinnen. Dabei wird auch die Lieferung von russ. Atom-strom nach Deutschland geprüft über ein Kabel mit einer Transportleistung von 600 bis 1000 MW. Das Kabel soll entlang der "Gerhard Schröder-Erdgaspipeline" verlegt werden.(dpa 28.0.09, Welt, Heilbr.Stimme 30.9.09).
Ein AKW löst noch lange nicht die Energieversorgung von 'D'. Wobei die 600-1000 MW durchaus auch Überschußstrom des Sommerhalbjahres und nachts betrachtet werden können. Da laden wir dann unsere E-Autos während im Winterhalbjahr das die regionalen BHKWs übernehmen können. Obiger Plan paßt also in sonstige Überlegungen. Als 'Grundlastversorgung' kann man aber die Idee kaum bezeichnen den auch Kaliningrad wird zukünftig viel Strom benötigt werden.
xandi 10.10.2009
5. Absolut dafür...
Man sollte an der Kernenergie festhalten, bis sie uns um die Ohren fliegt, Krebskranke Kinder sind nur ein geringer Preis für so eine saubere Energieform!
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