Übernahmepläne der Biergiganten Beck's-Konzern AB InBev will SABMiller schlucken

Die Bierbranche steht vor einer Milliardenfusion: Der weltgrößte Brauereikonzern AB InBev will mit SABMiller die Nummer zwei übernehmen. Wie hoch die Offerte ausfallen könnte, ist zwar noch nicht bekannt - die Aktien gewannen dennoch enorm an Wert.

Beck's-Abfüllhalle, Bremen (Archivbild): Marke gehört dem Global Player AB InBev
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Beck's-Abfüllhalle, Bremen (Archivbild): Marke gehört dem Global Player AB InBev


Der weltgrößte Brauereikonzern Anheuser-Busch InBev aus Belgien will noch größer werden und seinen Konkurrenten SABMiller kaufen. AB InBev habe die Absicht, ein Angebot für die weltweite Nummer zwei zu unterbreiten, teilten beide Unternehmen mit.

Eine formelle Offerte liege aber noch nicht vor, dem Verwaltungsrat von SAB Miller seien auch noch keine Einzelheiten bekannt, teilte der in London und Johannesburg ansässige Brauereikonzern mit. Dementsprechend ist auch noch unklar, wie viel der Marktführer für die Nummer zwei bieten will. AB InBev ließ seinerseits zudem die Möglichkeit offen, letztendlich doch kein Angebot zu unterbreiten. Es gebe keine "Gewissheit in der Sache", ließ der Konzern verlauten.

Für den Biermarkt hätte eine Fusion der beiden Konzerne enorme Folgen: Gemeinsam kamen die beiden weltgrößten Brauer vor Bekanntwerden der Übernahmepläne auf einen Börsenwert von rund 250 Milliarden Dollar.

Die Aktienkurse beider Konzerne legten kurz nach Bekanntwerden des Kaufinteresses darüber hinaus stark zu: SABMiller stieg an der Londoner Börse um knapp 23 Prozent, AB InBev Chart zeigen in Brüssel um 7,4 Prozent. Aus dem Hause AB InBev kommen Biere wie Budweiser, Corona, Stella Artois oder in Deutschland Beck's und Franziskaner. Der belgische Konzern mit Hauptsitz in Löwen war 2008 aus der Fusion der belgisch-brasilianischen InBev-Gruppe mit dem US-Braukonzern Anheuser-Busch entstanden. Zu SABMiller gehören Marken wie Pilsner Urquell, Miller und Grolsch.

Bereits im vergangenen Jahr hatte es ernst zu nehmende Gerüchte über ein üppiges Übernahmeangebot von AB Inbev für SABMiller gegeben. Damals war die Summe von 122 Milliarden Dollar genannt worden. SABMiller hatte versucht, sich seinerseits durch eine Übernahme der niederländischen Brauerei Heineken Chart zeigen - der weltweiten Nummer drei - zu wappnen. Allerdings konnte Heineken verhindern, geschluckt zu werden.

Die Konzentration auf dem weltweiten Biermarkt nimmt seit Jahren immer weiter zu. Die vier größten Brauereikonzerne kontrollieren bereits die Hälfte des Marktes. Daher hätten die beiden führenden Konzerne für einen Deal einige Hürden zu überwinden. Unter anderem in den USA müsste AB Inbev vermutlich Unternehmensteile abgeben, um die Zustimmung der Wettbewerbshüter zu erhalten.

fdi/AFP/dpa



insgesamt 9 Beiträge
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mistergaga 16.09.2015
1.
Na dann Prost! Noch mehr Einheitsplörre. Zum Glück gibts in D noch genügend Privatbrauereien die sich nciht kaufen lassen.
spargel 16.09.2015
2. Dann kommen bald alle Sorten aus der selben Fabrik
Gefiltertes Bier ohne Charakter als Turbopils mit Hopfen Extrakt und Fabrikmässig gebraut. Da haben selbst die Amis keinen Bock mehr drauf. Dort sind die Mikrobrauereien ganz groß und die Fabrikplöre verliert immer mehr an Marktanteilen. Und das ist auch Gut so. also nicht den Kasten Plörre einkaufen sonder sich mal umsehen welcher lokaler Brauer auch ein gutes Bier braut. Denn wer für nen Kasten Becks 16.99 ausgegeben kann der sollte für ein klasse lokales Biobier daselbe übrig haben.
zaphot 16.09.2015
3. Kartellamt?
Wenn eine Meldung ist, dass der Marktführer den Zweiten schlucken möchte, stellt sich mir reflexartig die Frage: was sagt das Kartellamt dazu? Wieviel Marktanteil hätten die beiden Firmen denn zusammen?
Robert_Rostock 16.09.2015
4.
Zitat von mistergagaNa dann Prost! Noch mehr Einheitsplörre. Zum Glück gibts in D noch genügend Privatbrauereien die sich nciht kaufen lassen.
...und die Gegenbewegung mit dem sog. Craft-Beer ist ja inzwischen auch in Deutschland weitaus mehr als nur ein Geheimtipp. Sondern eher schon ein Hype. Insofern macht mir die Sache mit der Fusion nicht sonderlich viel Angst.
hoenk 16.09.2015
5. Schlucken oder geschluckt werden
passt ja in diesem Fall wie die Faust aufs Auge. ;) "Allerdings konnte Heineken verhindern, geschluckt zu werden." Ein etwas paradoxer Satz aus der Sicht der Marketingabteilung von Heineken.
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