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29. Januar 2016, 10:06 Uhr

Steigender Absatz

Deutsches Bier kommt in China und USA an

Für die leidgeprüften deutschen Brauer war 2015 ein ordentliches Jahr: Der Bierabsatz hielt sich auf dem Niveau des WM-Jahres 2014. Das verdanken sie vor allem dem Export.

Manchmal ist schon die Stagnation ein Erfolg: 2015 verkauften die Brauereien und Bierlager hierzulande insgesamt 95,7 Millionen Hektoliter und damit in etwa so viel im Vorjahr, wie das Statistische Bundesamt mitteilte.

Der Bierabsatz stieg um minimale 0,1 Prozent. Dazu zählt das Bier, das von in Deutschland ansässigen Brauern im In- und Ausland abgesetzt wird. Alkoholfreie Biere und Malztrunk sowie das aus Ländern außerhalb der Europäischen Union eingeführte Bier sind nicht enthalten.

Damit verkauften sie etwa so viel wie 2014, dem Jahr des Fußball-WM-Titels der deutschen Mannschaft. Eigentlich verkaufen die Brauer seit vielen Jahren immer weniger Bier, normalerweise wird dieser Trend nur in Fußball-WM-Jahren gebrochen.

Auf die deutschen Biertrinker konnten sich die Brauer allerdings auch 2015 nicht verlassen, hierzulande sank der Absatz um 0,7 Prozent. Im vergangenen Jahr sei es im vergangenen Jahr vorrangig das Exportgeschäft gewesen, erklärte Hauptgeschäftsführer Holger Eichele.

Besonders Asien und die USA gelten demnach als Wachstumsmärkte. Der Verkauf in Staaten außerhalb der EU stieg um 16,8 Prozent auf 6,2 Millionen Hektoliter.

Zahl der Brauereien soll steigen

Biermischungen mit Limonade, Cola, Fruchtsäften und anderen alkoholfreien Zusätzen machten 2015 mit vier Millionen Hektolitern 4,2 Prozent des gesamten Bierabsatzes aus. Das waren 2,9 Prozent weniger als im Jahr davor.

Ein Viertel des gesamten Bieres verkauften die bayerischen Brauereien und Bierlager (24,8 Prozent). Auf dem zweiten Platz folgten die Brauereien in Nordrhein-Westfalen (23,4 Prozent).

Die Deutschen lassen sich vor allem zunehmend alkoholfreie Biere schmecken. Mittlerweile ist jeder zwanzigste Liter Bier, der in Deutschland gebraut wird, alkoholfrei.

Auch regionale Spezialitäten liegen dem Verband zufolge im Trend. Der Brauer-Bund erwartet, dass die Zahl der Brauereien 2016 weiter steigen wird. Derzeit gibt es in den 16 Bundesländern mehr als 5500 Biermarken, jede Woche kommt ein neues Bier auf den Markt.

ade/AFP

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