Heißer Sommer Deutsche trinken wieder mehr Bier

Sonne pur, mehr als 40 Grad im Schatten - viele werden den vergangenen Sommer in guter Erinnerung behalten. Dazu gehören auch die Bierbrauer, die steigende Umsätze zu verzeichnen haben.


Die Menschen in Deutschland haben von Juli bis September wieder etwas mehr Bier getrunken als im Sommer 2014. Der Inlandsabsatz der deutschen Brauereien stieg im dritten Quartal binnen Jahresfrist um 2,3 Prozent auf 21,9 Millionen Hektoliter, wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden erklärte.

Noch kräftiger stieg der Bierexport. Die EU-Partnerländer kauften 2,9 Millionen Hektoliter (plus 2,5 Prozent) Bier aus Deutschland, die Nachfrage aus Drittländern kletterte um 20,6 Prozent auf 1,7 Millionen Hektoliter. Insgesamt erhöhte sich der Bierabsatz um 0,9 Millionen auf rund 26,6 Millionen Hektoliter. In den Zahlen sind alkoholfreie Biere und Malztrunk sowie das aus Ländern außerhalb der Europäischen Union eingeführte Bier nicht enthalten.

Wem die Biertrinker die Kassen füllen, zeigt die SPIEGEL-ONLINE-Übersicht. Klicken Sie auf die Flaschen, um zu sehen, zu welcher Brauerei Ihre Lieblings-Biermarke gehört.

AB InBev:

Beck’s: Die Brauerei Beck braut ihre Beck‘s-Biere in Bremen, doch in Privatbesitz ist sie schon seit 2002 nicht mehr. Seitdem gehört Beck’s der belgischen Anheuser-Busch InBev, dem weltgrößten Bierbrauer, der vor einem Jahr auch den Konkurrenten SABMiller übernommen hat. Mit einer abgesetzten Menge von 2,56 Millionen Hektolitern verdienen die Belgier gut am Bremer Bier.
Radeberger-Gruppe:

Berliner Pilsner: Berlin ist Radeberger-Land. Neben Berliner Pilsner gehören auch Berliner Kindl, Schultheiss und Berliner Bürgerbräu zur Radeberger-Gruppe. Die Biere werden alle in derselben Brauerei hergestellt. Auch in anderen Regionen hat der Oetker-Konzern mit seiner Tochter, der Radeberger-Gruppe, Fuß gefasst.
Bitburger-Holding:

Bitburger: 3,84 Millionen Hektoliter Bitburger tranken die Deutschen 2015; davon waren 3,30 Millionen Pils. Damit rangiert Bitburger auf Platz drei der meistgetrunkenen Biere hierzulande. Zugleich ist es das beliebteste Bier der Dachgesellschaft Bitburger Holding aus der Eifel, zu der auch Licher und Köstritzer gehören.
AB InBev:

Diebels: Diebels ist das meistverkaufte Altbier Deutschlands. Das Besondere: Es kommt weder aus der Altbierhochburg Düsseldorf, noch ist die ehemalige Privatbrauerei in deutschem Besitz. Der belgische Bierriese AB InBev hat Diebels bereits 2001 gekauft. Mittlerweile stellt die Brauerei vom Niederrhein auch Pils her.
AB InBev:

Franziskaner: Die 1363 gegründete Franziskaner Brauerei ist eine der traditionsreichsten Brauereien Deutschlands. In Privatbesitz ist sie aber nicht mehr: 2005 hat AB InBev auch diese deutsche Brauerei übernommen. Das Weißbier schmeckt den Deutschen weiterhin: 1,23 Millionen Hektoliter setzte Franziskaner 2015 ab, inklusive Alkoholfreiem.
AB InBev:

Hasseröder: Das durch den Auerhahn bekannte Bier Hasseröder war zu DDR-zeiten ein vor allem regional beliebtes Bier. Mittlerweile liegt es mit einer abgesetzten Menge von 2,25 Millionen Hektolitern auf Platz acht der meistgetrunkenen Biere Deutschlands. Eigentümer der Marke ist ebenfalls AB InBev.
Radeberger-Gruppe:

Jever: Auch Jever gehört zur Radeberger-Gruppe. 1994 kaufte zunächst die Dortmunder Brau-und-Brunnen-Gruppe das Bier vom Friesischen Brauhaus zu Jever. Seit 2004 gehören die Dortmunder zur Oetker-Tochter.
Bitburger-Holding:

König Pilsener: Seit 1858 stellt die König-Brauerei ihr König Pilsener her. Privat geführt wird der einstige Pilsmarktführer allerdings nicht mehr. 2000 veräußerte die Inhaberfamilie ihre Brauerei an die Holsten-Gruppe; seit 2005 gehört König Pilsener der Bitburger-Brauerei.
Oettinger Brauerei:

Oettinger: Bei Oettinger ist drin, was draufsteht. 1731 als Fürstliches Brauhaus zu Oettingen gegründet ist die heutige Oettinger Brauerei GmbH noch immer unabhängig. 5,39 Millionen Hektoliter setzte die Brauerei im vergangenen Jahr ab und ist somit die zweiterfolgreichste Brauerei im Land.
Krombacher-Gruppe:

Krombacher: Das Krombacher Pils ist mit 4,26 Millionen Hektolitern das beliebteste Pils der Deutschen. Mit Radler, Hellem und den anderen Biersorten brachte es Krombacher sogar auf 5,49 Millionen Hektoliter – Platz eins in Deutschland. Addiert man aber den Ausstoß ihrer vielen Brauereien, liegt die Radeberger-Gruppe klar vorn.
Brau Holding International:

Paulaner: Paulaner ist das meistgetrunkene Weißbier Deutschlands. Das seit 1634 zunächst in Klosterbrauereien hergestellte Paulaner ist heute nicht mehr in Ordenshand. Seit 2002 gehört Paulaner je zu 50 Prozent der Schörghuber Unternehmensgruppe sowie der Brau Holding International, an der wiederum der niederländische Brauriese Heineken 49,9 Prozent hält.
Radeberger-Gruppe:

Radeberger: Das Radeberger Pilsner ist die Hausmarke der größten deutschen Brauereigruppe Radeberger, die wiederum zum Oetker-Konzern gehört. Etwa 1,9 Millionen Hektoliter des eigenen Pils setzte die Großbrauerei 2015 ab. Damit liegt Radeberger auf Platz neun der meistgetrunkenen Biere Deutschlands.
Radeberger-Gruppe:

Schöfferhofer: Die Marke Schöfferhofer ist vor allem für Weizen und Mischbiere bekannt. Die Biere werden von der Frankfurter Brauerei Binding hergestellt, die wiederum seit 1953 zum Oetker-Konzern gehört.
Carlsberg-Gruppe:

Holsten: Seit 1879 stellte die Holsten-Brauerei an der Hamburger Holstenstraße ihr Pils selbst her. Doch die einst von der damaligen Stadt Altona gegründete Brauerei wandelte sich zunächst in eine Aktiengesellschaft um, dann kaufte 2004 der dänische Großbrauer Carlsberg die Holsten-Brauerei AG; zehn Jahre später wurde diese aufgelöst, die Holsten-Mitarbeiter wechselten zu Carlsberg Deutschland.
Veltins-Brauerei:

Veltins: Seit der Gründung der Brauerei 1824, ist das Unternehmen in Privatbesitz. Und die Geschäfte laufen gut: Vergangenes Jahr verkaufte die Brauerei 2,79 Millionen Hektoliter ihrer Biere – damit belegt Veltins Platz vier in Deutschland.
Privat-Brauerei Heinreich Reissdorf:

Reissdorf Kölsch: Auf dem Biermarkt haben die einander sonst wenig wohlgesonnen Kölner und Düsseldorfer etwas gemein: Die meisten ihrer Brauereien sind bis heute in Privatbesitz, so auch die Brauerei Heinrich Reissdorf. Das dort hergestellte Reissdorf Kölsch ist seit Jahren das beliebteste Bier der Kölner.
Carlsberg-Gruppe:

Astra: Astra, echtes St. Paulianer Bier? Nicht ganz. Bis 1998 produzierte die Bavaria-St. Pauli-Brauerei ihr Astra - dann wurde sie von der Holsten-Brauerei AG übernommen. Noch bis 2002 stellte Holsten das Astra weiter an der Reeperbahn her bis zum Abriss der traditionellen Brauerei. Seitdem wird Astra in der Holsten-Brauerei produziert, die jedoch seit 2004 zur dänischen Carlsberg-Gruppe gehört.
Bitburger-Holding:

Köstritzer: Die Köstritzer Schwarzbierbrauerei in Gera zählt zu den ältesten Schwarzbierbrauereien Deutschlands. Seit 1991 gehört sie der Bitburger Holding, die die alte DDR-Brauerei modernisiert hat. Beim Schwarzbier ist die Brauerei aus Ostthüringen Marktführer, auch beim Kellerbier zählt sie zu den Spitzenreitern.
Erdinger Brauerei:

Erdinger: Die Weißbierbrauerei aus Erding feiert dieses Jahr ihr ihr 130-jähriges Bestehen und ist noch heute in Familienbesitz. Mit einer abgesetzten Menge von 1,3 Millionen Hektolitern liegt Erdinger auf Platz zwei der meistgetrunkenen Weißbiere Deutschlands.
Warsteiner Gruppe:

Warsteiner: Wie so viele hat auch die 1753 gegründete Warsteiner Brauerei mittlerweile eine Mutterfirma – doch das ist die Warsteiner Gruppe selbst. Vom prominentesten Bier, dem Warsteiner Pils, setzte die Großbrauerei vergangenes Jahr 2,11 Millionen Hektoliter ab.

mik/dpa

insgesamt 18 Beiträge
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Seite 1
jf24 30.10.2015
1. ... Reissdorf Kölsch ...
Von allen Bieren in Deutschland liegt das Reissdorf Kölsch vom Geschmack ganz weit vorne. Nach meinem Empfinden ist es sogar das beste Bier in Deutschland. Dieses ganze Pils ist zu herb und Weißbier kann man sowieso in den Abfluss kippen
privado 30.10.2015
2. Bierexperten
So wie es in Deutschland 40 Millionen Fußball-Bundestrainer gibt, so gibt es auch 40 Millionen Bier-Experten, die alle das beste Bier Deutschlands kennen.
morgoth_tm 30.10.2015
3. Pilsner vs. Pilsener
Bei "Ost" - Marken wie Radeberger und Berliner wird Pilsner und nicht Pilsener geschrieben.
Brummi 30.10.2015
4. Fußballtrainer und Bierexperten
#1 korrekt, in der Tat eines der besten Biere der Welt; #2 Die Zahlen stimmen nicht! Es gibt sogar gefühlte 80 Mio. Bundestrainer und eine sehr große Zahl von Bierkennern, #1 gehört mit mir ganz klar dazu! :-)
chuckal 30.10.2015
5. Gutes Bier-stimmt!
Zitat von jf24Von allen Bieren in Deutschland liegt das Reissdorf Kölsch vom Geschmack ganz weit vorne. Nach meinem Empfinden ist es sogar das beste Bier in Deutschland. Dieses ganze Pils ist zu herb und Weißbier kann man sowieso in den Abfluss kippen
Nachdem Warsteiner erst das gute alte, herbe Pils zernichtet hat, um ein massenkompatibles Labberbier herzustellen, geben sie jetzt eine Extra Hopfen Edition heraus. Sage jetzt niemand Jever sei doch noch ein herbes Bier. Das ist nur noch eine herbe Enttäuschung. Also was trinken? Ich habe mittlerweile auch das Reissdorf schätzen gelernt, wenn ich auch immer noch meinem guten alten hopfigem Moravia nachtrauere. Kennt das noch jemand???
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