Wegen heißen Sommers Bierabsatz steigt erstmals seit Jahren

Jahrelang schwächelte die Nachfrage nach deutschem Bier. Doch in diesem Jahr verkauften die Brauer dank des heißen Sommers wieder etwas mehr.

Biergarten im Englischen Garten in München
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Biergarten im Englischen Garten in München


Der Bierabsatz ist in diesem Jahr wieder merklich gestiegen - vor allem dank des sehr warmen Sommers. "Wir rechnen zum Jahresende mit einem Plus von rund einem Prozent", sagt der Hauptgeschäftsführer des Deutschen Brauer-Bundes, Holger Eichele.

Jahre zuvor war der Bierkonsum deutlich zurückgegangen. Die deutschen Brauereien verkauften 2017 so wenig Bier wie noch nie seit der Wiedervereinigung. Die möglichen Gründe für den Rückgang: Die Bevölkerung in Deutschland wird im Schnitt immer älter und im hohen Alter trinken Menschen mitunter weniger Alkohol. Laut einer Studie der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung trinken aber auch junge Menschen in der Tendenz weniger Alkohol als noch vor einigen Jahren. Die Brauereien reagieren darauf mit immer neuen alkoholfreien Sorten.

Der Absatz dieser Getränke habe sich laut Eichele in diesem Jahr "sensationell" entwickelt: Er sei von Januar bis September um elf Prozent im Vergleich zum Vorjahr geklettert; der von alkoholfreien Biermischgetränken wie Radler sogar um 21 Prozent. Alkoholfreies Bier habe bereits einen Umsatzanteil von knapp sieben Prozent in Deutschland. "In Zukunft werden wir jeden zehnten Liter alkoholfrei brauen", sagt Eichele. Das Angebot ist jetzt schon groß: Es gibt mehr als 400 verschiedene Marken.

Die Craft-Beer-Bewegung habe zwar einen sehr kleinen Anteil am Umsatz insgesamt - höchstens ein halbes Prozent, doch sei ihr laut Eichele "zum großen Teil die Renaissance des Brauens zu verdanken". Das Angebot etwa an regionalen oder saisonalen Bieren werde immer breiter, die Verbraucher seien gleichzeitig "interessierter und informierter".

Der Durchschnittspreis für einen Kasten der Topmarken wie Beck's, Krombacher oder Warsteiner lag nach Angaben aus Branchenkreisen in diesem Jahr bei mehr als 13 Euro. Selbst die Angebotspreise des Handels, um Kunden in die Läden zu locken, lagen 2018 über der wichtigen Schwelle von zehn Euro.

hej/AFP



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