Mögliches Fehlverhalten gegenüber Frauen »Bild«-Chefredakteur Julian Reichelt bestreitet Vorwürfe

Julian Reichelt muss sich internen Ermittlungen stellen. Laut Springer-Chef Mathias Döpfner weist der »Bild«-Chefredakteur die Anschuldigungen mehrerer Mitarbeiterinnen zurück.
»Bild«-Chefredakteur Julian Reichelt: »Der Vorwurf stimmt nicht«

»Bild«-Chefredakteur Julian Reichelt: »Der Vorwurf stimmt nicht«

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WDR/ Max Kohr

Nach Bekanntwerden des Compliance-Verfahrens gegen »Bild«-Chefredakteur Julian Reichelt hat sich der Vorstand des Springer-Konzerns in einer gemeinsamen Erklärung an die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter gewandt. »Julian Reichelt bestreitet die Vorwürfe«, schreiben Mathias Döpfner und Jan Bayer. Dennoch versprechen die Führungskräfte eine zügige Aufklärung des Sachverhalts.

Wie der SPIEGEL am Montag berichtet hat, haben rund ein halbes Dutzend Mitarbeiterinnen dem Medienhaus Vorfälle aus den vergangenen Jahren angezeigt. Unter anderem geht es bei der Untersuchung um Machtmissbrauch und die Ausnutzung von Abhängigkeitsverhältnissen. In einzelnen Fällen soll sich Reichelt möglichen Vorwürfen von Nötigung und Mobbing stellen müssen, wie mehrere Personen, die mit der Angelegenheit vertraut sind, berichten.

»Wir wissen, dass die aktuelle Medienberichterstattung zu einer Compliance-Untersuchung bei BILD viele von Ihnen sehr beschäftigt und beunruhigt«, heißt es in der Mitteilung der Vorstände. »Wir möchten aber, dass Sie wissen, dass wir alles tun, um zügig und zugleich sorgfältig aufzuklären. Uns ist dabei daran gelegen, dass wir eine unabhängige Aufklärung sicherstellen. Daher haben wir auch externe Experten hinzugezogen, die den Vorwürfen nachgehen.«

»Keine Form der Vorverurteilung zulassen«

Gleichzeitig erinnern Döpfner und Bayer an die Unschuldsvermutung. Die Untersuchung sei noch nicht abgeschlossen, es liege bislang kein Ergebnis vor, weder in die eine noch in die andere Richtung. »Bitte glauben Sie uns, auch wir wollen so viel Transparenz wie möglich. Wir wollen, dass jeder ohne Angst auf mögliche Missstände und Fehlverhalten hinweisen kann. Wir werden aber keine Form der Vorverurteilung zulassen.« Alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, egal welche Funktion und Stellung sie haben, verdienten gleichermaßen Schutz und Fürsorge.

Bereits in der morgendlichen Redaktionskonferenz hatte Julian Reichelt gegenüber seinen Redakteuren und Redakteurinnen nach SPIEGEL-Informationen seine Unschuld beteuert: »Der Vorwurf stimmt nicht«. Das sei zum Glück in seinem Leben nicht der erste Tag, an dem er nicht wisse, wie er ausgeht, sagte Reichelt demnach. »Deswegen gibt mir das, glaube ich, die nötige Gelassenheit, da mit erhobenem Kopf durchzugehen. Alles, was ich in meinem Leben getan habe, habe ich immer für diesen Laden getan und für die Leute hier«, so Reichelt.

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