Kriselnder Konzern Bilfinger streicht Neubau seiner Zentrale

Der Konzern Bilfinger verschärft seinen Sparkurs. Das angeschlagene Unternehmen hat den Bau einer neuen Zentrale in Mannheim abgesagt - auch aus Rücksicht auf die Mitarbeiter.

Bilfinger-Gebäude (Archivbild): Firmenzentrale bleibt in Mannheim
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Bilfinger-Gebäude (Archivbild): Firmenzentrale bleibt in Mannheim


Mannheim - Der Dienstleistungskonzern Bilfinger steckt in der Krise. Jetzt hat das Unternehmen den geplanten Bau einer neuen Zentrale gestrichen.

"Die laufenden Restrukturierungsprogramme haben Auswirkungen auf viele Mitarbeiter des Konzerns. In einer solchen Situation wäre der Neubau einer Zentrale ein falsches Signal", erklärte Vorstandschef Herbert Bodner. Die Zentrale werde auch nicht aus Mannheim an einen anderen Standort verlegt.

Die Pläne von Bilfinger für einen Neubau in der Nähe des Mannheimer Hauptbahnhofs waren schon weit gediehen. Das Gebäude sollte ein Vorzeigeprojekt für energiesparendes Bauen werden.

"Es ist sehr bedauerlich, dass Bilfinger sich gegen einen Neubau der Firmenzentrale im Glückstein-Quartier entschieden hat", sagte Mannheims Oberbürgermeister Peter Kurz (SPD). Die Gründe seien nachvollziehbar. Dennoch erwarte die Stadt, dass Bilfinger einen Investor finde, um das gekaufte Grundstück schnellstmöglich zu entwickeln und zu bebauen.

Der Konzern Bilfinger ist auf Sparkurs, nachdem ein Einbruch im Geschäft mit der Wartung von Energie- und Industrieanlagen Bilfinger erstmals seit vielen Jahren einen Verlust einbrockte. Im vergangenen Jahr hatte der Konzern einen Verlust von 71 Millionen Euro eingefahren und den Abbau von 1250 Arbeitsplätzen angekündigt. Im Zuge der Krise hatte der frühere hessische Ministerpräsident Roland Koch den Chefposten räumen müssen.

bos/dpa/Reuters

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