Massenentlassung in Saudi-Arabien Bin Laden feuert bis zu 90.000 Mitarbeiter

Der saudi-arabische Baukonzern Bin Laden will mindestens ein Viertel seiner Belegschaft rauswerfen. Als Grund wird der niedrige Ölpreis genannt, doch das ist nur ein Teil der Wahrheit.
Die Große Moschee in Mekka

Die Große Moschee in Mekka

Foto: Mosa'ab Elshamy/ AP

Wegen einer schwachen Auftragslage bereitet der saudi-arabische Bin-Laden-Baukonzern offenbar Massenentlassungen vor. 50.000 Mitarbeiter sollen ihre Kündigung erhalten, berichtet das "Wall Street Journal". Das entspricht einem Viertel der Belegschaft.

Nach Informationen der saudi-arabischen Zeitung "Al-Watan" sind sogar fast 90.000 Menschen betroffen. Demnach sollen 77.000 ausländische Arbeiter wieder zurück in ihre Heimat geschickt werden. Zudem wolle sich der größte Baukonzern des Nahen Ostens von 12.000 der 17.000 der saudi-arabischen Angestellten trennen.

Die aktuelle Misere des Konzerns hatte ihren Ursprung im vergangenen September. Nach einem Kranunglück auf einer Bin-Laden-Baustelle in Mekka mit mehr als 100 Toten schloss die Regierung den Baukonzern von Aufträgen aus.

In den vergangenen Monaten kam noch der niedrige Ölpreis hinzu, der die Wirtschaft des Landes stark in Mitleidenschaft gezogen hat. Zahlreiche geplante Bauprojekte wurden gestoppt.

Ausgebrannte Busse des Bin-Laden-Konzerns

Ausgebrannte Busse des Bin-Laden-Konzerns

Foto: STRINGER/ REUTERS

In den vergangenen Tagen hatten aufgebrachte Mitarbeiter des Unternehmens mehrere Busse in Brand gesetzt. Sie protestierten damit gegen ausstehende Gehaltszahlungen. Das "Wall Street Journal" zitierte einen Unternehmenssprecher, die "Anpassung der Größe der Belegschaft" sei eine "normale Routine, besonders wenn Projekte beendet sind oder kurz vor dem Abschluss stehen".

Das Bauunternehmen war einst vom Vater des getöteten Qaida-Chefs Osama Bin Laden gegründet worden. Es gehört zu den größten der Welt. Geleitet wird das Unternehmen von Bakr Bin Laden, einem Halbbruder Osama Bin Ladens.

msc/dpa-AFX
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