Binnenschifffahrt Niedrigwasser bremst Warentransport deutlich

Weil die Flüsse wenig Wasser führten, mussten Deutschlands Binnenschiffer im vergangenen Jahr monatelang ihre Arbeit einschränken. Das Ergebnis ist ein Minus von elf Prozent.

Wassermangel: die Donau in Regensburg im Juni 2018
DPA

Wassermangel: die Donau in Regensburg im Juni 2018


Wegen niedriger Pegelstände haben die deutschen Binnenschiffer 2018 deutlich weniger Güter transportiert. Von 223 Millionen Tonnen im Vorjahr sei die Menge um 11,1 Prozent auf 198 Millionen Tonnen gesunken, teilte das Statistische Bundesamt in Wiesbaden mit. "Ursache für den massiven Rückgang der Güterbeförderung waren die Niedrigwasserstände der wichtigsten Binnenwasserstraßen im zweiten Halbjahr 2018."

Von August bis November gingen die Transportmengen der Binnenschiffer jeweils zweistellig zurück, wie die Statistiker mitteilten. Im November sei mit einem Minus von 34 Prozent der höchste Rückgang zu verzeichnen gewesen. Erst im Dezember normalisierten sich die Wasserstände langsam.

Nach dem heißen Sommer und dem trockenen Herbst schränkten die niedrigen Pegelstände die Schifffahrt über Monate ein. Schiffe konnten deshalb nicht mehr voll beladen werden, die Kosten für Warenlieferungen stiegen. Unternehmen wie der Industriekonzern Thyssenkrupp, der Stahlgigant Arcelor, der Ölmulti Shell oder die Chemiekonzerne Covestro und BASF mussten deshalb ihre Produktion und zum Teil auch ihre Ergebnisziele kürzen.

Das Niedrigwasser und damit verbundene Produktionsprobleme in der Chemieindustrie waren auch ein Grund für die schwache Wirtschaftsleistung in Deutschland im letzten Quartal 2018. Das Bruttoinlandsprodukt von Oktober bis Dezember stagnierte.

dab/AFP/Reuters



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