Impfstoff-Fabrik in Marburg Behörden genehmigen Ausweitung der Biontech-Produktion

Seit einigen Monaten produziert Biontech Coronaimpfstoff am Standort Marburg. Nun haben die Behörden den Weg frei gemacht, um die Kapazität auf eine Milliarde Dosen zu erweitern.
Biontech-Standort Marburg

Biontech-Standort Marburg

Foto: Michael Probst / AP

Das Regierungspräsidium Gießen hat dem Mainzer Unternehmen Biontech eine weitere Genehmigung für die Produktion des Coronaimpfstoffes in der mittelhessischen Stadt Marburg erteilt. Man habe den geplanten Anpassungen der Produktionskapazität in dem dortigen Werk zugestimmt, teilte die Behörde am Dienstag mit. Dies sei für das Unternehmen »ein wichtiger Schritt, um die geplante Jahreskapazität von bis zu einer Milliarde Impfstoffdosen am Standort Marburg planmäßig zu produzieren«.

Das Regierungspräsidium hatte bereits Mitte Januar den Umbau einer bestehenden Produktionsanlage für die zusätzliche Herstellung von Covid-19-Impfstoff genehmigt. Nun habe man auch nach dem Bundes-Immissionsschutzgesetz grünes Licht gegeben.

Die Firma Biontech – die mit dem US-Konzern Pfizer zusammenarbeitet – stellt seit wenigen Monaten ihren Coronaimpfstoff Comirnaty in Marburg her. Das Werk hatten die Mainzer zuvor vom Pharmakonzern Novartis übernommen. Geplant ist, in Mittelhessen noch in diesem Halbjahr bis zu 250 Millionen Dosen des Impfstoffs zu produzieren. Mit vollständigem Betrieb können dort nach Unternehmensangaben jährlich bis zu einer Milliarde Dosen hergestellt werden.

Biontech ordnet Management neu

Unterdessen hat das Unternehmen sein Topmanagement umgebaut. Der Pharma-Manager Jens Holstein wird neuer Finanzvorstand. Holstein werde seinen neuen Posten zum 1. Juli antreten und Biontech bei der Umsetzung seiner Wachstumsstrategie unterstützen, teilte das Unternehmen am Dienstag mit. Der bisherige Finanzchef Sierk Poetting werde sich künftig auf seine Aufgaben als operativer Geschäftsführer (Chief Operating Officer, COO) konzentrieren. Holstein arbeitete den Angaben zufolge viele Jahre als Finanzvorstand beim Biotech-Unternehmen Morphosys und in verschiedenen Managementfunktionen im Fresenius-Konzern.

»Mit den Erlösen aus dem Covid-19-Impfstoff wird Biontech die Möglichkeit haben, seine Forschungspipeline in den Bereichen Krebstherapien, Infektionskrankheiten, regenerative Therapien sowie der Entzündungs- und Autoimmunkrankheiten voranzutreiben«, kündigte der Manager an.

beb/dpa