Nachfrage nach Coronaimpfstoff Biontech macht im ersten Halbjahr 5,4 Milliarden Euro Gewinn

Der Mainzer Impfstoffhersteller Biontech hält an seiner Prognose für 2022 fest. Eine angepasste Omikron-Vakzine soll derweil noch im August in eine klinische Studie starten.
Lager von Biontech in Mainz: Das Unternehmen bestätigte seine Prognose für das Gesamtjahr 2022

Lager von Biontech in Mainz: Das Unternehmen bestätigte seine Prognose für das Gesamtjahr 2022

Foto: Sebastian Gollnow / dpa

Das Mainzer Unternehmen Biontech profitiert auch weiterhin kräftig von der großen Nachfrage nach seinem Coronaimpfstoff. Im ersten Halbjahr machte Biontech einen Umsatz von 9,6 Milliarden Euro und einen Gewinn von 5,4 Milliarden Euro, wie das Unternehmen am Montag mitteilte. Im Gesamtjahr peilt Biontech einen Umsatz von 13 Milliarden Euro bis 17 Milliarden Euro an.

In der Betrachtung allein des zweiten Quartals gab es allerdings sowohl beim Umsatz als auch beim Gewinn einen Rückgang im Vergleich zum entsprechenden Vorjahreszeitraum. Der Coronaimpfstoff-Hersteller führte dies darauf zurück, dass die dynamische Entwicklung der Pandemie »zu einer Verschiebung von Aufträgen und damit zu Schwankungen bei den Quartalsumsätzen« führe. Das Unternehmen bestätigte seine Prognose für das Gesamtjahr 2022 mit Covid-19-Impfstoff-Umsätzen von 13 bis 17 Milliarden Euro. 2021 hatte Biontech einen Umsatz von knapp 19 Milliarden Euro erzielt.

Die Vorbereitung für eine Markteinführung von zwei neuen, an neue Coronavariante angepassten Impfstoffen sei »in vollem Gange«, teilte Biontech weiter mit. In der »Produktpipeline« befinden sich zudem Impfstoffkandidaten der nächsten Generation, die auf einen längeren und breiteren Schutz gegen das Virus abzielen, wie Firmenchef und Gründer Uğur Şahin erklärte. Wann der angepasste Booster tatsächlich zur Verfügung steht und vor welchen Subvarianten er schützt, bleibt derweil trotz drohender Coronawelle im Herbst unklar. Mehr dazu lesen Sie hier. 

Der Mitteilung zufolge  soll in diesem Monat mit einer klinischen Studie zu einem an die Omikron-Varianten BA.4 und BA.5 angepassten Impfstoff begonnen werden. Falls die zuständigen Behörden dies genehmigten, könnten erste Dosen ab Oktober ausgeliefert werden. Zuvor hatte Biontech bereits einen an die Variante BA.1 angepassten Impfstoff entwickelt. Die EU-Arzneimittelbehörde EMA hat Mitte Juni das Prüfverfahren für diesen Impfstoff der Hersteller Biontech und Pfizer gestartet. Die EMA prüft zudem einen angepassten Impfstoff des US-Herstellers Moderna, der ebenso wie die Vakzinen von Biontech/Pfizer auf der mRNA-Technologie basiert. Bisher ist noch kein Impfstoff in der EU zugelassen, der auch auf Varianten des Coronavirus zielt.

ani/dpa/Reuters
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