Corona-Serum USA sichern sich weitere 100 Millionen Dosen Biontech-Impfstoff

Die Pharmakonzerne Biontech und Pfizer verkaufen den USA zusätzliche 100 Millionen Dosen ihres Corona-Impfstoffes. Die Präparate sollen vor Ort produziert werden – und bis zum Sommer geliefert sein.
Begehrte Ware: Biontech-Impfstoff gegen Covid-19

Begehrte Ware: Biontech-Impfstoff gegen Covid-19

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Laci Perenyi / imago images/Laci Perenyi

Die USA haben sich mit den Pharmaunternehmen Biontech und Pfizer auf die Lieferung weiterer 100 Millionen Dosen Corona-Impfstoff geeinigt. Damit erhöhe sich die Zahl der Gesamtimpfdosen auf 200 Millionen, teilte Pfizer mit.

Mindestens 70 Millionen der zusätzlichen Dosen sollen den Angaben zufolge bis zum 30. Juni 2021 geliefert werden. Die verbleibenden 30 Millionen sollen bis spätestens 31. Juli folgen. Die US-Regierung werde 1,95 Milliarden Dollar für die zusätzliche Menge bezahlen und habe außerdem die Option, bis zu 400 Millionen zusätzliche Dosen des Biontech-Pfizer-Präparats zu erwerben, hieß es.

»Dieser neue Regierungsauftrag kann Amerikanern noch mehr Sicherheit geben, dass wir genug Impfstoff haben werden, um bis Juni 2021 jeden Amerikaner zu impfen, der das möchte«, sagte US-Gesundheitsminister Alex Azar. Pfizer-Chef Albert Bourla teilte mit: »Mit diesen 100 Millionen zusätzlichen Dosen werden die Vereinigten Staaten in der Lage sein, mehr Menschen zu schützen und hoffentlich diese verheerende Pandemie schneller zu beenden.«

»Klares Zeichen der Zuversicht«

Der Gründer des Mainzer Pharmaunternehmens Biontech, Uğur Şahin, sagte: »Wir sehen die Bestellung zusätzlicher Dosen aus dem Impfstoffkontingent der US-Regierung als klares Zeichen der Zuversicht und des Vertrauens in unseren Impfstoff und unsere Fähigkeit, diesen zu liefern.« Ziel bleibe es, einen sicheren und wirksamen Impfstoff für so viele Menschen wie möglich auf der Welt bereitzustellen.

Vergangene Woche waren Bundesregierung und EU unter Druck geraten, weil sie sich bislang offenbar zu wenig Impfstoff gesichert haben. Nach SPIEGEL-Informationen hatte sich die Bundesregierung auf die Einkaufspolitik der EU verlassen. Diese wiederum hatte Hunderte Millionen Dosen Impfstoff ausgeschlagen – offenbar auch, um Bestellungen bei Herstellern aus verschiedenen EU-Ländern im Gleichgewicht zu halten.

Klar ist: In Deutschland, wo ab 27. Dezember geimpft werden soll, werden die Seren in den ersten Monaten zunächst nicht für alle reichen. Eine Verordnung soll die Verteilung regeln. Gesundheitsminister Jens Spahn erwartet dennoch, dass bis zum Ende des Sommers nächstes Jahr 60 Prozent der Bevölkerung geimpft sein könnten. Bis dahin, so der CDU-Politiker, rechne er auch mit der dafür nötigen Zahl an Impfdosen. Er plant bereits eine Werbekampagne für die Impfungen.

Der Impfstoff von Pfizer und Biontech wird in den USA auf Basis einer Notfallzulassung seit vergangenem Montag eingesetzt. Der Impfstoff des US-Unternehmens Moderna wird in den USA erst seit dieser Woche verabreicht.

Weltweit haben sich mehr als 77 Millionen Menschen mit dem Coronavirus infiziert. An oder mit dem Virus gestorben sind weltweit schätzungsweise 1,7 Millionen Menschen. Am stärksten betroffen sind die USA mit fast 18 Millionen Infektionen und 319.644 Todesfällen. 

apr/Reuters/dpa
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