Mainzer Impfstoffhersteller Biontech schreibt 500 neue Stellen aus

Biontech war der erste Hersteller, der einen Impfstoff gegen das Coronavirus entwickelte. Nun will die Mainzer Firma expandieren.
Biontech-Vorstandsvorsitzender Uğur Şahin

Biontech-Vorstandsvorsitzender Uğur Şahin

Foto: Andreas Arnold / dpa

Der Mainzer Coronaimpfstoff-Hersteller Biontech expandiert. Für die kommenden Monate sei ein umfangreicher Stellenaufbau geplant, erklärte das Unternehmen laut einem Bericht der »Welt am Sonntag«. 500 neue Stellen quer durch alle Abteilungen seien derzeit ausgeschrieben.

Vor der Coronapandemie beschäftigte Biontech gut 1300 Mitarbeiter. Das Unternehmen arbeitete in erster Linie an neuen Therapiemöglichkeiten gegen Krebserkrankungen.

Gemeinsam mit dem US-Konzern Pfizer entwickelte Biontech dann im vergangenen Jahr den ersten in vielen Ländern zugelassen Impfstoff gegen das Coronavirus. Dafür verwendete das Unternehmen die neuartige mRNA-Technologie, die auch bei der Entwicklung von Krebsimmuntherapien zum Einsatz kommt. In den vergangenen anderthalb Jahren stieg die Zahl der Biontech-Mitarbeiter bereits auf rund 2000.

Laut dem Bericht der »Welt am Sonntag« will der Hersteller nun zum ersten Mal in ein eigenes Vertriebsteam von 60 Mitarbeitern investieren, um die Vermarktung zugelassener Produkte selbst voranzubringen. »Wir haben Biontech von Anfang an als vollintegriertes Unternehmen aufgestellt. Mit eigener Forschung und Entwicklung, Produktion und nun auch einem Vertrieb«, sagte Vorstandsmitglied Sierk Poetting der Zeitung.

Biontech hatte jüngst angekündigt, auch einen Impfstoff gegen Malaria basierend auf seiner mRNA-Technologie zu entwickeln. Da der Coronaimpfstoff Comirnaty außerdem die Geimpften gegen die neue Delta-Mutante nicht mehr ganz so gut schützt wie gegen vorherige Virusvarianten, bereitet das Unternehmen nun einen spezifisch auf Delta angepassten Impfstoff vor.

kry/AFP
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